Bräuche und Glauben in der slowenischen Bienenhaltung
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der ausgefallenen Haare neue wachsen würden, wenn man Umschläge aus Honigund gestoßenem Rettich macht. In Oberkrain, in der Umgebung von Ljubljana undin Weiẞkrain gab man gegen Würmer einen Umschlag aus Honig und zerstoßenerWeinraute auf den Bauch oder man aß eine Mischung von Honig und gestoßenenFarnwurzeln. Gegen den Star wurden die Augen mit einer Mischung von Honig undWermutsaft bestrichen. Blutunterlaufene Stellen wurden mit einer Packung ausgestoßenem Majoran und Honig behandelt oder einer Packung von geschmolze-nem Wachs, Öl, Majoransaft und geriebenem Kümmel. Die ärgsten Geschwürewurden mit einer Mischung von Honig und gemahlenen Rosmarinwurzeln behan-delt, ähnlich wie schon der Imkerpatron, der hl. Hiob, seine Geschwüre mit Honigbestrichen hatte.
Im Jahresverlauf hatten die Kirchenfeiertage um Neujahr und der Palmsonntagsehr große Bedeutung für den Bienenhalter. Am Palmsonntag wurden die gefloch-tenen Sträuße zur Einsegnung in die Kirche gebracht. Der kleinste wurde nach derHeimkehr immer ins Bienenhaus gestellt, der Strauß wom größten wurde im Stallund im Bienenhaus hinter den Balken gesteckt, damit das Vieh gesund bleiben möge.
Die Weihnachtszeit galt als Loszeit für das Wetter und die Honigernte. Wenn amHeiligen Abend die Bienen im Bienenstock summten, bedeutete das eine gute Ernteim Frühjahr; wenn sie am Silvestertag summten, bedeutete das eine gute Bienen-weide für das ganze Jahr; summten sie am Dreikönigstag, bedeutete das eine guteBuchweizenernte. Ein gutes und fruchtbares Jahr konnte man auch erwarten,wenn die Kerzen in der Kirche am Neujahrstag sehr ruhig brannten.
Aus dem Verhalten der Bienen kann das Wetter vorhergesagt werden. Wenn beisonnigem Wetter die Bienen nach Hause eilen, bedeutet das einen aufziehendenRegen. Wenn die Bienen noch spät in den Abend hinein Honig sammeln, wird dasWetter schlecht. Wenn sie noch vor Sonnenaufgang ausfliegen, ist ein schwererRegen zu erwarten. Wenn sie bei schönem Wetter keine Lust haben, den Bienen-stock zu verlassen, wird es bald regnen.
Wichtige Lostage des Bienenjahres sind die Namenstage einiger Heiligen. Wennam Tag des hl. Vinzentius( 19. Januar) die Sonne scheint, wird das Jahr fruchtbarund die Bienen werden gut gedeihen. Zu Lichtmeẞ tropft es zum ersten Mal vomEiszapfen und die Bienen rühren sich zum ersten Mal. Schönes Wetter am Tag derhl. Scholastika( 10. Februar) bedeutet gute Schwärme und einen schönen Som-mer. Am Gregorius- und Josefstag( 12. März und 19. März) kommen die Bienenaus ihren Stöcken. Wenn die ersten Schwärme schon im April ausfliegen, ist eswert, im Jahrhundertkalender verzeichnet zu werden. Übrigens sind die Schwärmenicht zu jeder Jahreszeit gleich wert: im Mai ist ein Schwarm eine Fuhr Heu wert.Ein Volksspruch lautet:„ Der Mai vergoldet die Schwärme, der Juni versilbert sie,der Juli macht sie hölzern und der August fürchtet sie." Der hl. Alexius( 17. Juli)gehört schon zu den„ hungrigen" Heiligen, der hl. Jakob muß schon in den Eimergreifen( der Bienenhalter muß zufüttern), um die Bienen bis zur Buchweizenblüte