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Gorazd Makarovič
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mußten sie auf einer bestimmten Kaufkraft beruhen. Die Gruppenkaufkraft vonbäuerlichen Auftraggebern hatte in erster Linie kirchliche Belange zu befriedigen,sie war schon im späten Mittelalter beträchtlich; die individuelle Kaufkraft war in ei-ner Welt des Mangels, der in der Vergangenheit ein ständiger Begleiter des bäuerli-chen Lebens war, verhältnismäßig schwach. Sie war nur auf große Bauernhöfe be-schränkt; interessanterweise kommen Fassadengemälde, bemalte Bauernmöbelund Bilder, mit denen Wohnungen geschmückt wurden, nur in Zusammenhang mitBauernhöfen vor, die auch nichtagrarische Einnahmen hatten von der Saum-fahrt, dem Fuhrwerktransport, der Leinenweberei und anderen ländlichen Hand-werken, vom ländlichen Handel und ähnlichem. Auch die Bienenhaltung findet sichnur auf vermögenderen Höfen; zumindest ab und zu warf sie beträchtliche Einnah-men ab, so daß damit Malereien bezahlt werden konnten. Laut einem Bericht ausdem Jahre 1689 hat so mancher Bauer in Krain mit der Bienenhaltung ein Vermö-gen verdient; nach einem Bericht aus dem Jahre 1789 betrug der jährliche Ertrageines krainischen Bienenhalters 100 bis 200 Gulden; nach einer Hochrechnungaus dem Jahre 1869 brachten in guten Jahren Honig und Wachs von 10 bis 15Bienenstöcken 40 bis 50 Gulden ein.
An Bedürfnissen und Wünschen, die eine Bemalung der Bienenstöcke unterstüt-zen, wäre an erster Stelle die Kennzeichnung der Stöcke zu erwähnen. Besonderswichtig war sie bei Transporten zu besseren Bienenweiden, die in der Regel an sehrungeschützten Orten lagen, weshalb die Kennzeichnung der Bienenstöcke, die ei-nen beträchtlichen materiellen Wert darstellten, schon allein wegen des Besitz-nachweises sehr wichtig war. Die Markierung der Bienenstöcke diente als Orientie-rung beim Ausschwärmen der Bienen und Arbeiten an den einzelnen Stöcken. DasGedeihen der Bienen und der Honig- und Wachsertrag waren von Jahr zu Jahr undvon Bienenhalter zu Bienenhalter sehr unterschiedlich. In der bäuerlichen und länd-lichen Mentalität des 18. und 19. Jahrhunderts glaubte man an das Wirken guterund böser Kräfte; diese machte man auch für das Glück oder Unglück bei der Bie-nenhaltung verantwortlich. Kennzeichnungen religiösen oder abergläubischen In-halts entsprachen deshalb dem Wunsch nach einem heiligen oder apothropei-schen Schutz für die Bienenstöcke. Die Bemalung der Stöcke dürfte aber auch deraus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bekannten Überzeugung entsprochenhaben, daß die Biene einen gekennzeichneten Stock leichter wiederfindet.
In der zweiten Hälfte des 18. und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts vollzogsich außerden die sogenannte agrotechnische Revolution, die zusammen mit an-deren Faktoren wesentliche Veränderungen im bäuerlichen Leben mit sich brachte:eine ihrer Folgen war die starke Ausprägung von sozialen Schichten. In solchen Ge-meinschaften verspürte man das Bedürfnis, seinen gesellschaftlichen Stand, seineGeltung und sein größeres Ansehen öffentlich zu zeigen was auch der Festigungder Stabilität der Gesellschaft diente. In der bäuerlichen Hofhaltung dieser Zeit kamneben anderen Bedeutungen dem Schmücken der Gebrauchsgegenstände auchdie Funktion zu, deren materiellen Wert zu betonen: in diesen Zusammenhang ge-hören auch die Malereien an Hausfassaden und Möbeln. Es war wichtiger zu haben