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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Malereien an Stirnbrettern der Bienenstöcke

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Wirklichkeit war. Stilistisch unterschieden sich ihre Bienenstockbretter kaum vonallen anderen Malereien von Autodidakten und Halbautodidakten; der wesentlicheUnterschied liegt nur in der geringen Größe und länglichen Form der Malfläche.

Die beschriebene Entwicklung der Bienenstockstirnbrettmalerei hat selbstverständ-lich nur in den Hauptzügen Gültigkeit. So wie jede Kategorisierung ist auch die Glie-derung der Maler bzw. Bienenstockbretter in drei Gruppen verhältnismäßig belie-big, wobei selbstverständlich etliche Bienenstockbretter Übergangsmerkmale zwi-schen den Gruppen aufweisen. Eine analytische Gliederung stellt eben immer nurein Hilfsmittel dar, das etwas erhellen soll oder mit dem oft auch vereinfacht wirdes ist immer dann vertretbar, wenn man seine begrenzte Gültigkeit nicht aus denAugen verliert und die wunderbare Vielfalt, Komplexität und Autonomie des Le-bens und der Kunst, die nicht in Kategorien existieren, nicht außer Acht läßt.

Ursachen und Bedingungen der Bienenstockstirnbrettermalerei

Die Frage nach den Ursachen und Bedingungen des Aufkommens der Bienen-stockstirnbrettermalerei ist nicht einfach zu beantworten. Im Rahmen der europäi-schen Volkskunst stellt diese Malerei eine Ausnahme dar; sie ist auf ein verhältnis-mäßig kleines Gebiet begrenzt. Die Tatsache, daß sie unter der slowenischen Be-völkerung aufkam und sich entwickelte, dürfte die Beantwortung der Frage in kei-nerlei Hinsicht erleichtern. Nationale Grenzen bedeuten nämlich in Europa nichtnotwendig auch Kulturgrenzen, außerdem waren bemalte Bienenstockbretter nurin einem Teil des von Slowenen besiedelten Gebietes gebräuchlich. Wir sind des-halb überzeugt, daß es in der geschichtlichen Wirklichkeit des 18. und 19. Jahr-hunderts nach Bedingungen, die das Aufkommen dieser Malerei ermöglichten, undnach ästhetischen und nichtästhetischen Bedürfnissen, die bei der Aussch-mückung der Bienenstöcke mit eine Rolle spielten, Ausschau zu halten gilt, dennerst dann kann ermittelt werden, welche von diesen Elementen bzw. welche Ver-flechtung von Elementen nur in dem Gebiet gegeben waren, das geographisch mitdem Verbreitungsgebiet dieser Malereien übereinstimmt.

Eine der Vorbedingungen für das Aufkommen der Bienenstockbrettermalerei sindzweifellos die aus Brettern gezimmerten Bienenstöcke, eine hohe Entwicklungsstu-fe der ländlichen Malerei und ein beachtliches Einkommen aus der Bienenhaltung,das die Bezahlung dieser Malereien erst ermöglichte. Es erübrigt sich, darauf hinzu-weisen, daß aus Stroh oder Weidenruten geflochtene Bienenkörbe, ausgehöhlteBaumstammstücke oder grobe Tröge keine geeignete Unterlage für die Bemalungbilden. Voraussetzung bildeten technologische Grundkenntnisse das Reiben unddie Vorbereitung der Farben wie auch Grundkenntnisse des Malens selbst. Eine

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nicht minder wichtige Vorbedingung ist die Tradition der Bemalung von Ge-brauchsgegenständen im bäuerlichen Haushalt bzw. die Beziehung zwischenMaler und Bauer als Auftraggeber. Solche Beziehungen mußten bis zu einem ge-wissen Grad auch individuell und nicht nur standesmäßig gewesen sein; außerdem