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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Malereien an Stirnbrettern der Bienenstöcke

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um eine Motivwelt, die auch für die andere Gattungen der europäischen Volkskunstdes 18. und 19. Jahrhunderts kennzeichnend ist: Wallfahrtsmadonnen verschie-denster ikonographischer Typen, die Krönung Marias, das Monogramm Christi undverschiedene Heilige, in erster Linie die Schutzheiligen. Diese Motive der Bienen-stockbretter unterscheiden sich nicht von der ikonographischen Welt der Hinter-glasmalerei, Fassadengemälde, bemalten Möbel und anderem: sie bilden das iko-nographische Standardinventar der Volkskunst. Für diese Motivik werden in unse-rem Zusammenhang deshalb keine bestimmteren Quellen gesucht. Dasselbe giltfür die wenigen weltlichen Motive aus der frühen Epoche, wie z. B. für den Doppe-ladler und auch für den Zweikampf von Pegam und Lambergar, der eben nur einelokale Variante von Reiterkämpfen darstellt. Die Beliebtheit des Motivs wird auf dasVolkslied desselben Inhalts zurückzuführen sein, von dem es in Oberkrain zahlrei-che Varianten gibt. Aus der frühen Epoche ist nur ein ungewöhnliches weltlichesMotiv bekannt: die Szene der Tiere, die den Jäger zu Grabe tragen. Diese Szenegehört zur gemeineuropäischen Darstellung der verkehrten Welt". Die Anfängedieses Motives reichen ins Mittelalter zurück: im 17. und 18. Jahrhundert wurde esin erster Linie durch graphische Blätter verbreitet. Zu derselben ikonographischenGruppe gehören z. B. auch Hasen, die einen Jäger auf dem Spieß braten; Hasen,die Jäger bestrafen; Tiere, die eine Stadt angreifen, in der Jäger leben; Tiere, dieJäger richten und bestrafen, und Tiere, die einen Jäger zu Grabe tragen. Es istmehr als wahrscheinlich, daß für das 1787 datierte Bienenstockstirnbrett mit die-sem Motiv ein entsprechendes graphisches Blatt als Vorlage diente, nur daß derMaler auf dem Bienenstockbrett das Motiv kompositionsmäßig vereinfacht, redu-ziert und der länglichen Form des Bienenstockbretts angepaẞt hat. Ein Vergleichvon verschiedenen Bienenstockbrettern mit diesem Motiv ergibt, daß ältere Bretterden Malern später als Vorlage gedient haben müssen. Oft wurde auch einfach ko-piert. Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden einige Bienenstock-bretter mit dieser Szene, bei denen etliche ikonographische Veränderungen vor-kommen: diese wurden zweifellos durch die Nachahmung von Farblithographiendieses Motivs angeregt, die in jener Zeit als Wandbild ein sehr beliebter Schmuckvon Wirtshäusern waren.

Im dritten und vierten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts kommen Bienenstockbretterauf, auf denen Szenen aus der Heiligen Schrift dargestellt sind. Bemerkenswertsind Motive aus dem Alten Testament, die in der Volkskunst selten sind. Der Malstildieser Bienenstockbretter legt die Vermutung nahe, daß sie von einem oder mehre-ren Malern aus dem Umkreis des Malers Leopold Layer stammen. Als Vorlage dürf-te eine Bibel gedient haben. Es ist aber noch nicht geklärt, welche. Die zahlreichenKupferstichillustrationen in der Augsburgischen Bilderbibel von Sandrart- Einartsaus dem Jahre 1695 und der Nürnbergschen Bilderbibel von Weber aus dem Jahre1732 weisen jedoch starke Ähnlichkeiten auf; es ist natürlich nicht auszuschließen,daß als Muster für die Bienenstockmalereien eine dritte Bibel gedient hat, deren II-lustrationen sich an die beiden vorgenannten Werke eng anlehnten. In der Folgewurden die alten Bienenstockbretter vom Gros der Maler als Vorlage herangezo-gen. Oft wurden sie einfach kopiert, manchmal auch vereinfacht, meist wurden der