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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Gorazd Makarovič

noch in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts aktiv waren; die Zahl von verschie-denen persönlichen Malerhandschriften auf den erhaltenen Bienenstockbrettern istviel höher. Schriftlich festgehalten ist das Zeugnis des Kerzendrehers und Lebzel-ters Oroslav Dolenc, der im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bemalte Bienen-stockstirnbretter an Bienenhalter verkaufte: er berichtete, er habe jährlich bis über500 verkauft. Andere Quellen, die eine Mengenangabe enthalten, sind bisher nichtbekannt. Es kann jedoch angenommen werden, daß die laufende Produktion dieserWare im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts beträchtlich gewesen sein muß. Be-malte Bienenstockstirnbretter wurden von Hausierern, von Bienenkaufleuten undwandernden Malern verkauft, man konnte sie außerdem auch im Podrekar- Ladenin Kamnik und auf Jahrmärkten in Kranj und Radovljica erstehen.

Die Motive der Bienenstockstirnbretter

Über die Motivik und die Beliebtheit von Einzelmotiven sind nur Rückschlüsse auf-grund der erhaltenen Bretter möglich. Dabei gilt es zu bedenken, daß die Bienen-stockstirnbretter schon gefiltert durch das Interesse und den Blick von Sammlern inMuseen und Privatsammlungen kamen; besonders interessant fand man offen-sichtlich ungewöhnliche Motive. Die meisten Sammlungen entstanden um dieJahrhundertwende oder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, weshalb die er-haltenen Exemplare keinen Aufschluß darüber geben, welche Motive am üblich-sten waren. Im Jahre 1960 hatte der Verfasser der vorliegenden Zeilen noch dasGlück, die Motivik auf den Bienenstockbrettern eines noch intakten Bienenhausessehen und beschreiben zu können. Meist handelte es sich um Andachtsmotive;Darstellungen phantastischen bzw. satirischen Charakters kamen an diesem Bie-nenhaus überhaupt nicht vor. Nach modernen Gesichtspunkten, die auch denDurchschnitt berücksichtigen, ist zwischen den Jahren 1952 und 1961 nur die imLandesmuseum von Celje( Pokrajinski muzej Celje) aufbewahrte Sammlung ent-standen. Die bemalten Bienenstockstirnbretter wurden in den Tälern Savinjska undZadrečka dolina gesammelt, wo sie glücklicherweise noch nicht in größerer Zahlvernichtet oder von Einzelsammlern aufgekauft worden waren. Diese 374 Exem-plare umfassende Sammlung weist deshalb ein ziemlich objektives Verhältnis zwi-schen religiösen und weltlichen Motiven auf, es betragt 3: 2. Selbstverständlichgilt das Zeugnis dieser Sammlung nur für ein begrenztes kleines Gebiet, wo es sichmeist um Werke einer einzigen lokalen Tradition handelt.

Aus demselben Grund ist es unmöglich, anhand der bestehenden Sammlungenvon Bienenstockstirnbrettern verläßlich festzustellen, welche Motive von den Ma-lern am häufigsten wiederholt wurden, bzw. welche bei den Käufern besonders be-liebt waren. Nur für vier Motive kann berechtigtermaßen angenommen werden,daß sie in diese Kategorie gehören. Das sind die Mutter Gottes in verschiedenstenikonographischen Varianten, der HI. Florian, Hiob und der Kampf von Pegam undLambergar. Bienenstockstirnbretter mit diesen Motiven kommen in den Sammlun-gen besonders häufig und zahlreich vor. Die Mutter Gottes ist übrigens überhaupt