Druckschrift 
Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

48

Stane Mihelič

Bienenhalter für ihre Organisation zu vertiefen und ihren Wunsch nach Fortschrittzu erfüllen. Unter anderem taten sich als Initiatoren dieser Verbände J. Jurančič, J.Vodopivec und P. Močnik hervor.

In der ersten Zeit des Zentralvereins in Ljubljana liefen sehr erhitzte Diskussionendarüber, welcher Stock mit welcher Wabenrahmenzahl in Slowenien als Standard-stock am geeignetsten wäre. In der Bienenzuchtwelt bekam damals nämlich dieAnsicht Oberhand, daß nur Stöcke mit Wabenrahmen mit einer Oberfläche vonüber 10 dm² Zukunft hätten. Früher propagierte Stöcke mit beweglichen Wabenentsprachen solchen Anforderungen nicht mehr. Es könnte fast gesagt werden,daß es so viele Vorschläge für Stöcke gab wie Vorstandsmitglieder des Vereins.Schließlich rang sich die Mehrheit zur Ansicht durch, daß der Stock des deutschenBienenzuchtfachmannes Gerstung mit 41 x 26 cm großen Wabenrahmen am ge-eignetsten wäre. Anton Žnideršič, damals unter slowenischen Bienenzuchtfachleu-ten wohl am höchsten gebildet und der Zahl seiner Bienenstöcke nach auch derstärkste Bienenhalter, arbeitete mit nicht weniger als 160 Gerstung- Stöcken. Dochwar er auch mit diesen nicht restlos zufrieden.

Nach dem Muster des Blätterstocks" des Bienenzüchters A. Alberti bastelte erschließlich einen neuen Bienenstock zurecht, der Alberti- Žnideršič- Stock oderkurz- Stock genannt wurde. Dieser Stock kann hinten geöffnet werden. Waben-rahmen in den Gerstungschen Maßen liegen im Stock in Richtung des Flug-loches. Es sind neun bis zehn im Gelegeteil und dieselbe Zahl im Honigteil. Nachsiebenjähriger Erprobung beschrieb Žnideršič seinen Stock schließlich 1910 imSlovenski čebelar. Mit wenigen Ausnahmen war er bald in ganz Krain üblich und1913 waren schon über 1000- Stöcke in Slowenien in Verwendung. Bald hattesich dieser Stock auch ins Küstenland und nach Kärnten und Steiermark verbreitet,trotz der starken Konkurrenz besonders der Kuntsch- und der Wiener Stöcke in derSteiermark. Der- Stock setzte sich jedoch auch jenseits der slowenischen Gren-zen in anderen südslawischen Ländern durch, besonders unter jenen Bienenhal-tern, die ihre Bienenstöcke zur Weide transportierten.

Die Verbreitung von einzelnen Stockarten im slowenischsprachigen Gebiet( mitAusnahme des Gebiets, das nach dem ersten Weltkrieg an Österreich und Italienfiel) war laut einer Statistik aus dem Jahre 1934 wie folgt:

1. Krainer- Bienenstöcke

3. Alberti- Žnideršič- Stöcke

37.614.

2. Körbe

5.830

33.055

4. Dzierzon- Stöcke

1.289

5. Wiener Stöcke

8.853

6. Kuntschstöcke und andere

5.862

7. Neiserstöcke

4.523

8. Boczonadi- Stöcke

923

9. Gerstung- Stöcke

500

10. Amerikanische Stöcke

423

Insgesamt:

99.872