Geschichte der slowenischen Bienenhaltung
47
Dem Verein stand eine staatliche Unterstützung und karge Einnahmen von Mit-gliedsbeiträgen zur Verfügung. Aus diesem Geld wurden beide Blätter verlegt, beiRothschütz Bienenstöcke und Imkereigerätschaften erworben und zum halbenPreis an Vereinsmitglieder weiterverkauft. Die wachsende Verschuldung und dieBemühungen von Rothschütz, der aus dem Krainischen Bienenzuchtverein denzentralen Verein vornehmlich der deutschen Bienenzüchter machen wollte, warender Grund dafür, daß er 1875 als Vorsitzender zurücktreten mußte und daß derVerein zum Slowenischen Verein für rationelle Bienenzucht( Slovensko društvo zaumno čebelarstvo) umbenannt wurde. Doch werden die kargen Finanzmittel, dasDesinteresse der Bienenzüchter und erst recht das ungenügende Interesse und diemangelhafte Fachbildung der Vorstandsmitglieder die Ursache dafür gewesensein, daß der Verein bis 1884 nur noch vegetierte, während das Erscheinen desBlattes schon 1882 eingestellt worden war.
Auch die oberkrainischen Bienenexporteure werden im Krainischen Bienenzucht-verein eine Expositur von Rothschütz gesehen haben, denn sie verweigerten demVerein ihre Unterstützung. 1883 wurde in Jesenice der Bienenzucht- und Obstbau-verein für Krain( Čebelarsko in sadjerejsko društvo za Kranjsko) gegründet, der dasBlatt Slovenski čebelar in sadjerejec herausgab. Inhalt und äußere Form des Blattesbrachten keine neue Richtung in das Bienenzuchtfachschrifttum. Von Stöcken mitbeweglichen Waben wurde vom Verein besonders der Wiener Stock propagiert.
Auch dieser Verein konnte nicht mehr als 500 Mitglieder aufbringen. Die ungenü-gende Unterstützung, das Desinteresse der Mitglieder und in erster Linie der Egois-mus der oberkrainischen Bienenhändler beschleunigten das Ende des Vereins samtVereinsblattes im Jahre 1889.
Im Jahre 1897 wurde in Ljubljana der Slowenische Bienenzuchtverein für Krain,Steiermark, Kärnten und Küstenland( Slovensko čebelarsko društvo za Kranjsko,Štajersko, Koroško in Primorsko) gegründet, ab 1920 Bienenzuchtverein für Slowe-nien( Čebelarsko društvo za Slovenijo, seit 1934 Slovensko čebelarsko društvo).Besonders fortschrittliche und agile slowenische Bienenzüchter wie August Buko-vec, Martin Humek, Jože Jurančič, Franc Rojina, Josip Verbič, Anton Žnideršičund andere waren dafür verantwortlich, daß der Verein unter slowenischen Bienen-haltern Fuẞ fassen konnte und daß er mit dem Vereinsblatt Slovenski čebelar( 1898-Slowenischer Bienenzüchter), mit Bienenhaltertreffen, Kursen, Vor-trägen, der Gründung von Bienenzuchtzweigstellen in ganz Slowenien über dieneuesten Errungenschaften der Bienenzuchtpraxis und Theorie informieren und zurModernisierung ihrer Bienenhaltung anregen konnte.
Regionale Bienenzuchtvereine, wie z. B. der Slowenische Bienenzuchtverein fürdie Untersteiermark( Slovensko čebelarsko društvo za Spodnjo Štajersko,1903-1918), für Kärnten( za Koroško, 1913-1920), für das Görzische( za Goriš-ko, 1914-1921), die durch das gemeinsame Blatt Slovenski čebelar mit dem Zen-tralverein verbunden waren, bemühten sich soweit wie möglich, das Interesse der