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wohl bloß gestreift. Der mittlere Beschlägteil erhält ähnlichen ornamentalenDekor. Auf dem dreiseitigen Untersatz, der aber bald von dem Leistensockelverdrängt wird, finden sich alle Motive dem Format entsprechend umgestaltetwieder.
Aufsatzbetten s. o. Das konturierte Aufsatzbrett mit Zahnschnittbogenzeigt Vasen mit reich verzweigten Blumenranken. Seit 1770 tritt an Stelle derVase eine weiße Kartusche mit dem Namenzug Jesu und Mariens oder Inri.Auf den zweifeldrigen Fußbrettern wiederholt sich immer wieder das in dieserPeriode so beliebte Motiv der Kartuschenrosette in Schwarz- Weiß- Rot oderanderen Farbenzusammenstellungen.( Abbildung Tafel XXIV, 2.)
Die Seitenteile sind bei allen Möbeln entweder unverziert oder in Schwarzmit geometrischen Mustern( Rechteck, Vierpaß) und Ranken spärlich bemalt;nur bei den kleinen Trüherln finden sich auch einzelne Tiere und Vögel vor.Den Möbeln entsprechend sind die Alpacherschaffin bemalt. Ein Exemplarvon 1747 zeigt dieselben Genreszenen wie die Schrankfriese der zweiten Peri-ode. Auf späteren erscheinen Vögel und Tiere zwischen Blumen, Jagddar-stellungen oder umlaufende Ranken. Die Reifen tragen die bekannten Rauten-,Band- und Rosettenmuster, auch der Rand ist ähnlich dekoriert. Die Grifflöchersind gewöhnlich herzförmig umrahmt.( Abbildung Tafel XXIII.)
Es bleibt uns zum Schlusse noch übrig, die Frage nach den weiteren Schick-salen des Alpachermöbelstils seit 1811 und nach dem Verbreitungsgebiet des-selben zu beantworten. Die beste Antwort gibt der abgebildete Schrank von1821.( Abbildung Tafel XXIV.) Wohl sind die alten Motive: Gitterwerk, Bogen-nischen und Vasenfüllungen beibehalten, aber der Grund hat nicht mehr denschönen Holzton, sondern ist weiß gestrichen, die Umrahmung blaugrau mar-moriert oder mit stumpfem Rot bemalt. Auch die Bauart ist durch Hinzufügungvon Schubladen eine andere geworden. Es ist also das Prinzip des Alpacher-stiles, die Malerei auf Holzgrund, aufgegeben. Daß aber dieser Kasten nichtvereinzelt steht, beweisen einige Truhen, die ich in Alpacherhäusern gesehenhabe und die wohl wegen ihrer Häßlichkeit von den Händlern zurückgelassenwurden. Sie zeigen alle Blumendekor auf hellfarbigem Grunde, durch den oftnoch die alte Bemalung durchscheint. Aber diese nach den Datierungen in dieZwanziger- und Dreißigerjahre des 19. Jahrhunderts fallenden Möbel gehörennicht mehr in den Rahmen unserer Darstellung, der eigentliche Alpacherstil wartot. Die darauffolgenden Jahrzehnte stellen nur eine Periode der Zerstörung desAlten dar. Die als unpraktisch und unschön empfundenen Familienstücke wurdenzerschlagen oder wanderten in die Dachböden, aus denen sie, nachdem derverstorbene um die Tiroler Volkskunde verdiente Professor Tapper vor etwazwanzig Jahren den Alpacherstil entdeckt hatte, von den Händlern und Lieb-habern hervorgezogen und in alle Weltgegenden verschleppt wurden. Heute istdas Tal so gut wie ausgeplündert. Die andere Frage nach dem Verbreitungs-gebiete läßt sich nach meinen Erfahrungen dahin beantworten, daß außer demeigentlichen Tale und den vorgelagerten Ortschaften nur die benachbarte obereWildschönau den Alpacherstil angenommen hat; versprengte Stücke finden sichauch am linken Innufer in Kramsach und dessen Umgebung. Über die Verfertigerder Möbel konnte ich leider außer ganz haltlosen Traditionen nichts erfahren.