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1 (1914) Werke der Volkskunst : mit besonderer Berücksichtigung Österreichs. 1.
Entstehung
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Kirchdorfes und in abgelegenen Höfen des Außentales. Auch hier sind Wändeund Decke ganz schlicht durch ein Zahnschnittgesimse verbunden. Um so reiz-voller sind Türen, Fenster und die eingebauten Wandkästchen mit dem fürAlpach so charakteristischen Gitterwerk verziert.( Abbildung 33.)

Bald ausgestochen, bald aufgelegt, füllen diese gekreuzten oder bandartigverflochtenen Gitterstäbchen die Bogenabschlüsse der Fenster und Türen oderumrahmen die Bogennischen der Füllungen.

Das Mobiliar der Stuben ist mit dem Tische im Herrgottswinkel und einpaar Stühlen erschöpft. Alle anderen Möbel, Betten, Truhen und Kästen findenin den Kammern, welche hauptsächlich als Schlafräume dienen, und in demHausgange ihren Platz¹. Konstruktiv bieten die Alpachermöbel wenig Eigen-artiges. Das Material ist Fichtenholz, seltener Zirbelholz. Die Maße sind derNiedrigkeit der Räume entsprechend bescheiden. Schnitzerei fehlt ganz; an ihreStelle tritt als Umrahmung und Füllung das Gitterwerk, dessen schon bei denStuben Erwähnung geschah. Im einzelnen ist folgendes zu bemerken:

Das verbreitetste Kastenmöbel ist die Truhe. Die Maße schwanken in derHöhe zwischen o'go und 0.97 m, in der Länge zwischen 1'32 und 154 m, inder Tiefe zwischen 0.65 und 0.69 m; das Format ist also breiter und niedrigerals das der Inntaler und Zillertaler Truhen. Die Stirnseite ist dreiteilig ge-gliedert: In der Mitte eine Bogennische mit meist plastischen Zwickelrosettenund Gitterpilastern, die Bogenöffnung mit kleinen Konsolen belegt; die zweiSeitenfelder rechteckig mit Gitterumrahmung. Dreiteilig ist auch der abheb-bare, in der Mitte ausgeschnittene Fuß. In beiden Stücken unterscheidet sichdie Alpachertruhe wesentlich von der des benachbarten Zillertales, welche ander Schauseite zwei meist geschuppte Bogennischen und drei schmale ver-tiefte Felder zeigt und auf den ausgeschnittenen Seitenbrettern aufruht. DieInneneinteilung ist die hergebrachte mit Beikasten und Rinne. Die Trüherlnschließen sich im ganzen Aufbau den Truhen an, doch ist die Vorder-seite nicht selten einfeldrig und der Sockel meist fix. Daneben kommenauch einfache rechteckige Blockkästchen mit Schubdeckel vor.( Abbildung aufTafel XXII.)

Die Schränke sind fast immer zweitürig; die angeblich für die Haustöchterund Ehehalten bestimmten einflügeligen sind sehr selten. Die Inneneinteilungist die gewöhnliche: in der rechten Hälfte zwei Stellbretter, links durch eineZwischenwand getrennt der Raum zum Hängen der Kleider.

Die Maße sind auch hier bescheiden, 1.24-148 m hoch, 1 · 481 · 85 m breit,050-060 m tief; dabei ist das Streben nach Raumerweiterung gegen Endedes 18. Jahrhunderts nicht zu verkennen. Die Gliederung ist immer dieselbe:niederer Kranzaufsatz, Fries, vier oft von Gitterwerk oder Leisten umrahmteTürfelder, dreiteiliger Truhenuntersatz oder profilierter Leistensockel auf Kugel-füßen. Die letztere Art und die Abschrägung der Ecken ist um 1770 auf-gekommen.

1 Als Material konnte ich die reichen Möbelbestände des Museums für tirolische Volkskunst und der Samm-lung Colli in Innsbruck( ca. 125 Stück) und Einzelstücke im Antiquitätenhandel und Privatbesitz benützen. Diedurch Lehrer M. Lambürger in Radfeld überarbeiteten Möbel wurden als wissenschaftlich unverwertbar beiseitegelassen.