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Sonderausstellung Volkskunde der Gottscheer : die Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde aus der ehemaligen deutschen Sprachinsel Gottschee in Slowenien ; Katalog
Entstehung
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chen und vor allem wieder Volkslieder. Die Angaben über die Sachgüter sind ver-gleichsweise kurz gefaßt; das ist heute besonders bedauerlich, da von diesen Din-gen fast nichts übrig geblieben ist; zu dieser Zeit wäre noch eine Menge von Ein-zelheiten und Verschiedenheiten innerhalb Gottschees festzustellen gewesen.Heute sind wir darauf angewiesen in einer Art Detektivarbeit zu suchen und zuerschließen, was damals noch am Wege lag. Auch die Hauffen folgenden höchstverdienstvollen Hans und Wilhelm Tschinkel, sowie Josef Perz haben, berechtigtfasziniert von der altertümlichen Sprache, von den Stoffen ihrer Lieder und Balla-den, von der reichen Fülle der Erzählungen und darin weiterlebenden Vorstellun-gen der Frühzeit die bescheidene Sachkultur ihres Volkes zwar nicht übersehen,aber doch nicht aufgezeichnet. Es bleibt das Verdienst des Gründers des Österrei-chischen Museums für Volkskunde in Wien, Michael Haberlandt, zuerst sein Au-genmerk auf die Aufsammlung von Sachgütern aus Gottschee gelenkt zuhaben.Freilich geschah auch das nicht in dem Ausmaß, wie wir es uns heute wünschenwürden. Zur Sammlung Haberlandts kamen Objekte durch Adolf Hauffen undWilhelm Tschinkel nach Wien. Durch den Zerfall der Monarchie rissen diese Ver-bindungen ab.

In den Zwanziger- und Dreißigerjahren begannen sich deutsche Forscher undSammler für die Sprachinsel zu interessieren, Österreich hielt sich völlig zurück,die Gottscheer fühlten sich von Wien sozusagen im Stich gelassen. Erst RichardWolfram hat kurz vor der Aussiedlung die Sprachinsel besucht und dort Auf-zeichnungen gemacht. Diese und sein Material, das er in den Jahren nach demZweiten Weltkrieg in österreichischen Flüchtlingslagern sammelte, wurde veröf-fentlicht. Wolfram hat vor allem Volksbräuche und Volkslieder gesammelt. EinSammelband seiner bisherigen Publikationen liegt nun vor. Die so früh begon-nene Volksliedforschung findet nun einen repräsentativen Abschluß durch dasErscheinen einer vierbändigen Ausgabe, die das großartige Erbe einem weiterenKreis zugänglich macht. Bei der Erforschung der Gottscheer Mundart durchEberhard Kranzmayer, Maria Hornung und Walter Tschinkel wurden nicht nurTonbandaufnahmen von Volkserzählungen und Volksliedern gemacht, sondernauch die Mundartausdrücke für die Sachgüter erfaßt. Das zweibändige Gott-scheer Wörterbuch von Walter Tschinkel ist 1973 und 1975 erschienen.")

Als ich im Jahre 1961 im Auftrage von Leopold Schmidt die Wiener Gottschee-sammlung zu bearbeiten begann, bemühte ich mich von Anfang an auch um ei-

5) Richard Wolfram, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum und Volksglaube in der GottscheeÖsterreichischen Museums für Volkskunde XIX( Wien, 1980).

Veröffentlichungen des

6) Gottscheer Volkslieder. Gesamtausgabe. Herausgegeben von R. W. Brednich, Zmaga Kumer,Wolfgang Suppan. Bisher zwei Bände( Mainz, 1969 und 1972).

7) Walter Tschinkel, Wörterbuch der Gottscheer Mundart. 2 Bände( Wien, 1973 und 1975).