KURZER EINBLICK IN DIE EIGENHEITEN
DER GOTTSCHEER MUNDART
Um das Verständnis der Gottscheer Mundartausdrücke zu erleichtern, möchte ichdie auffallendsten Erscheinungen kurz erwähnen.
Altdt. w= gottsch. b
z. B. mhd.
germ. f
=
gottsch.
w. z. B. ahd.
werlt( Welt) barlt
weg( Weg): bakwald( Wald) bald,
:
feld( Feld) waldfenster wanšter
baud
finger: wingerle
( Ring)
( Finger
=
negel)
mhd. o lautet
=
ein Laut zwischen o und ö
mhd. u lautet ů
=
ein Laut zwischen u und ü
pock( Bock)khnöpf( Knopf)khlökkhn( klopfen)
: junkh( jung)
gürte( Gurte)
Weiters wird deutlich zwischen stimmhaften und stimmlosen s und sch unter-schieden. s und z werden in vielen Fällen zu š und Z. In der älteren Gottscheer Li-teratur wird um das fälschlicherweise als ,, slawisch" geltende Lautzeichen z zuvermeiden, für stimmhaftes sch ,, sh" geschrieben bzw. gedruckt.
Auffallend sind weiters die voll lautenden Endungen und Vorsilben, die z. T.( v.a. in der Deklination) voller erhalten sind, als in der Schriftsprache.er hat gemacht: ar hot gemochet
künstlich angelegte Grube: grüebaide,Frost: gevriezaide.
Dekl. d. Diminutiva:
piebl- e
-aiš
1., 4. Fall2. Fall
-ain
3. Fall
Hanž- e,
-aiš
-ain
Diese Formen spielen auch in den Hausnamen eine beträchtliche Rolle. Außer-dem werden im Gottscheerischen die Diminutivformen sehr häufig verwendet.Wir haben eine noch voll entwickelte Sprache vor uns, die allerdings auch einegroße Zahl von Lehnwörtern aufgenommen hat, v. a. slawische, aber auch romani-sche. Umgekehrt haben die Gottscheer an ihre slawische Umgebung viele deutscheWörter weitergegeben, die die Übernahme aus dem Gottscheer Dialekt erkennenlassen.
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