Töpferwaren
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Die Gottscheer waren, so viel wir wissen, nie Hafner. Sie kauften Geschirr undOfenkacheln von ihren Nachbarn, den slowenischen Töpfern der Reifnitzer Ge-gend( Dolenja vas- Niederdorf, Prigorica Büchelsdorf usw.), in der Poljaneund der Gegend von Črnomelj( Tschernembl) u. zw. in Kralje, Gorenja Podgoraund Dolenja Podgora( Oberberg und Unterwald), Grič und von den Schwarzhaf-nern aus Dragatuš. Die ,, huvnaro" kamen mit Tragtieren oder Pferdewagen indie Gottscheer Dörfer und tauschten ihr Geschirr gegen Mais, Erdäpfel und ande-re Feldfrüchte ein. Für die Kinder brachten die Hafner aus der Reifnitzer GegendPfeiftiere( pfikarlain, fikarlain, pfaiflain). Meistens hatten sie die Form von Vö-geln oder anderen Tieren, zwei Löcher und ein Ansatzstück an der Stelle desSchwanzes. Ein solches Pfeiferl kostete vor dem Ersten Kriege zwei Kreuzer. Diegleichen Gefäße und Pfeiftiere wurden bis in die Gegenwart in den Töpferdör-fern bei Reifnitz erzeugt. 21)
Das Geschirr, irdene Schüsseln, Häfen, Schalen wurden nicht nur zum Essen,sondern auch zum Kochen im Ofen verwendet, in den man es mit Hilfe derOfengabel einschob. Da es leicht sprang, wurde es bald mit Draht gebunden. AlsHäfenbinder zogen Gottscheer und Kroaten von der Kulpa durch die Dörfer; siefeilten auch Sägen und reparierten Schirme.
Selten war im Bauernhaus teures Geschirr. Nur Einzelstücke mögen von den hau-sierenden Männern aus der Fremde mitgebracht worden sein.
82. Kochtopf, Reifnitzer Hafnerkeramik der jüngsten Vergangenheit; starkbauchig, Wulstrand, innen farblos glasiert, außen unglasiert. TraditionelleForm, die z. T. noch zum Kochen verwendet wird.
Inv. Nr. 63.606
Höhe: 13,5 cm, Durchmesser: 15,5 cm.Dolenja vas( Niederdorf bei Reifnitz)83. Topf( hevm), Reifnitzer Hafnerkeramik; unter dem schmalen Rand etwaseingezogen, ein senkrechter Henkel mit Knöpfchen an der oberen Ansatz-stelle. Gelblicher Ton, durchscheinende Glasur, unregelmäßig verlaufendeRinge mit rötlicher Erdfarbe bei rotierender Töpferscheibe aufgetragen; umdas Gefäß regelmäßig verteilt vier aufrecht stehende grüne und brauneZweige.
Höhe: 14 cm, Durchmesser: 15,1 cm.
Inv. Nr. 4617
21) Jože Karlovšek, Lončarstvo na Slovenskem. In: Slovenski etnograf 3/4, 1951, S. 87-111.
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