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Volkskunst im Zeichen der Fische : Ausstellung im Prämonstratenserstift Geras ; Katalog
Entstehung
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eine kleine Petrusstatue aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts zu ihremZunftbesitz zählen und jeweils in der Fronleichnamsprozession mittra-gen 51. Diese Statue, volkstümlich als, Fischerpeterl bezeichnet, ist rings-um mit Münzen und Medaillen behangen, wie dies ähnlich sonst nur beim,, Silbernen Karpfen" in Würzburg der Fall ist. Der reiche Behang des,, Fischerpeterls" spricht also für seine ganz besondere Verehrung undbrauchtümliche Funktion.

In den Sammlungen gibt es manche Petrus- Holzplastiken von ähn-licher Größe, die vermutlich auch nicht Teile von Altären oder Hauskapel-len, sondern eher Zunftfiguren gewesen sein dürften. Bei den barockenPetrus- Plastiken der Volkskundemuseen wird es sich zumindest ab und zuwohl um Sarg- Aufsatzfiguren handeln, die sich an sich im Zunftbesitzbefanden, und jeweils für die Bestattung zur Verfügung gestellt wurden,wie dies bei anderen Zünften mit den Statuen ihrer Patrone ebenfalls derFall war. Andere kleinere Petrus- Plastiken stammen wohl manchmal vonZunft- Prozessionsstangen. Eine Fischer- Zunftstange mit einer derartigenAufsatzfigur des hl. Petrus, die wohl von 1750 stammt und 1785 erneuertwurde, hat sich wieder in Würzburg erhalten 52.

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Von anderen Heiligen, die den Fisch als ihr spezielles Attribut besitzen,ist die Beziehung zu den Fischern weniger deutlich. Aber der hl. Ulrich vonAugsburg, der zumindest auf seinen mittelalterlichen Darstellungen deut-lich den Fisch als Attribut vorweist, ist sicherlich auch als Fischerpatronverehrt worden 58. So gewiß in St. Ulrich am fischreichen Pillersee inTirol. Auch der hl. Benno, als Stadtpatron von München immer deutlichmit dem Fisch dargestellt, ist sicherlich auch Patron der FischerSolche Verehrungen haben sich nicht immer und überall gleichmäßig nieder-geschlagen. In den großen Fronleichnamsprozessionen der Städte etwahaben die Fischer alle möglichen, oft auch dienenden Funktionen ausübenmüssen und konnten nicht die Statuen ihrer Patrone tragen, sondern wurdenfür anderes herangezogen, in Laufen beispielsweise für die Verehrung desAltarsakramentes. Allerdings gehörte ihnen dort auch die schöne holzge-schnitzte Abendmahlsmonstranz aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, diesich heute im Bayerischen Nationalmuseum in München befindet 55.

51 Gröber, Alte deutsche Zunftherrlichkeit, Abb. 149 auf S. 113.52 Walter Brod, wie oben, Abb. 17 und S. 37.

53 Rudolf Pfleiderer, Die Attribute der Heiligen. Ulm 1898, S. 56.Eine bedeutende Ulrichs- Darstellung von 1440 im Wiener Stephansdom trägtden Fisch betont in der Hand. Vgl. den Katalog der Ausstellung Wien im Mittel-alter. Wien Historisches Museum der Stadt Wien. 1975, Nr. 210.

54 Dietrich Heinrich Kerler, Die Patronate der Heiligen. Ulm 1905,S. 113.

Vgl. weiter Robert Böck, Die Verehrung des hl. Benno in München( Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, München 1958, S. 53 ff.).

55 Alois Mitterwieser, Geschichte der Fronleichnamsprozession inBayern. Neuausgabe ergänzt von Torsten Gebhard. München 1949, Abb. 4.

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