eigene Rechtszeichen wiesen bildkräftig darauf hin 23. In Berlin, das eineVielzahl alter Fischerdörfer in sich aufgenommen hatte, stellten die Fischerein beachtliches gesellschaftliches Element dar, hatten Zunftzeichen, sogarein eigenes Stammbuch von 1779 ist erhalten geblieben 24. Und ein ganzesVolksfest, der„ Stralauer Fischzug" hat sich aus alledem bis an die Gegen-wart heran erhalten 25.
Aber wo sich Fischer zu einer Gemeinschaft zusammenfanden, dorthatten sie auch ihre Unterkunft, hatten zumindest ihren Tisch im Wirtshaus,und hatten draußen und drinnen ihre Zunftzeichen, ihre Hängezeichen, diefast regelmäßig einen Fisch darstellten. Es waren geschmiedete oder blech-getriebene Stücke, manchmal bemalt, manchmal vergoldet. Sie stammen,wie erhaltene Stücke zeigen, aus dem 17. und 18. Jahrhundert 26. Ihreziervolleren Gegenstücke waren manchmal aus Silber, wie der„, SilberneKarpfen" der Würzburger Fischer aus der Mitte des 17. Jahrhunderts 27,oder aus Zinn wie der„ Zinnfisch" der Augsburger Fischer von 1698 28.In seltenen Fällen haben sich Stücke wie das„ Umgeldbrett" der BremerAmtsfischer, um 1750 erhalten 29. Von Zunftgefäßen sind wohl mancheheranzuziehen, die nur durch die Schmückung mit einem Fisch oder dieGravierung mit einem Fisch- Triquetrum gekennzeichnet erscheinen. InWürzburg gibt es eine Schleifkanne aus Kupfer von 1729, die mit demFisch- Triquetrum und den gekreuzten Fischer- und Fährmannsgeräten, alsoRuder und Fährbaum geschmückt, erscheint 30. Ein Gegenstück bei uns,sicherlich auch eine kupferne Schleifkanne des frühen 18. Jahrhunderts,weist dagegen nur auf der Unterseite groß einen getriebenen Fisch auf 31.Zu dieser Gruppe gehörten wohl auch die„ Meißener Fischerkrüge", Stein-zeugkrüge, die auf der Laibung Fisch und Stern in Blattranke aufweisen,immerhin mit 1755 datiert und in ihrem Bereich eine Seltenheit 32. Zu denKupfergefäßen gehören wieder die Fischkessel, von denen sich in Wien ein
29 Gustav Gugitz, Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde vonWien. Nebst Quellen- und Literaturhinweisen. Bd. II, Wien 1955. Nr. 10.787-
10.794.
24 Werner Lindner, Mark Brandenburg(= Deutsche Volkskunst,Bd. II), München 1924. Abb. 205.
25 Hermann Kügler, Der Stralauer Fischzug. Geschichte und Schicksaleeines Berliner Volksfestes( Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde, Bd. 6,Bremen 1928, S. 44 ff.).
28 E. Major, Historisches Museum Basel. Profane Goldschmiedarbeiten(= Die Historischen Museen der Schweiz, Heft 3, Silbergeräte III), Basel 1930.27 Walter Brod, wie oben Anm. 9, Abb. 10 und 11, S. 22 ff.
28 Karl Gröber, wie oben Anm. 5, Abb. 100 auf S. 89.
29 Karl Gröber, ebd., Abb. 62 auf S. 65.
30 Walter Brod, wie oben, Abb. 19/ b, dazu S. 37. Zu den Schleifkannenvgl. Gröber, Zunftherrlichkeit, S. 82.
31 OMV M 8121.
32 Adolf Spa mer, Sachsen(= Deutsche Volkskunst, Neue Folge, o. Nr.),Weimar 1943. Abb. 81, dazu S. 31.
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