"
Himmelswillen, Mutter, wie hast du es angefangen?", dasprach sie:„ Mein Sohn! Jenes Mädchen hat die Antwortganz kurz gegeben und abgeschnitten. Sie sagte zu mir:, Du sollst eine goldene Brücke machen lassen. Und allesringsum soll mit lauter Rosen geschmückt sein! Und derPrinz soll an dem einen Ende der Brücke sein Bett machenund mich erwarten! Ich werde dorthin kommen, und sosoll er mich sehen!" Sie sagte noch zu mir:" Wie du eszu machen verstehst, so geh hin und laß es machen!"
Kurz und gut, der Prinz liek wirklich eine Brücke,wie sie das Mädchen beschrieben hatte, erbauen undschmückte sie derart, daß ringsum lauter Rosen waren.Er ließ an dem einen Ende der erwähnten Brücke seinBett machen und ruhte darauf. Und dem Mädchen sandteman nun Nachricht. Sie kleidete sich jetzt an und gürtetesich und kam mit allem Prunk und Pomp zur Brücke.Während sie aber hinüberging, fuhren ihr die Rosendornenins Gesicht. Mit den Worten:" Weh, mein Gesicht!"kehrte sie um und kam wieder zu ihrem Konak zurück.
Der Prinz bemerkte, daß sie kam und dachte sich:,, Nun werde ich sie sehen!" Doch als er sah, daß dasMädchen wieder umkehrte und wegging, sagte er zu seinerMutter:„ Um Gotteswillen, Mutter, ich habe sie nicht sehenkönnen. Sie ist fortgegangen." Da kam die Sultanin ge-radenwegs in das Haus des Mädchens. Wie sie zu ihrsagte:„ Meine Tochter! Warum bist du nicht zu demPrinzen gegangen?" da versetzte das Mädchen:„ Mutter,die Rosendornen sind mir ins Gesicht gedrungen. So-wohl die Brücke soll euer sein, wie auch der Prinz!" Die
14