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Alltagskulturen : Forschungen und Dokumentationen zu österreichischen Alltagen seit 1945 ; Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2004 in Sankt Pölten
Entstehung
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Elisabeth Schiffkorn

turgeschichte ein. Die Erzählung aus dem bayerischen Walde entstandanlässlich eines Besuches des Dichters am Rosenbergergut im November1866. Eine Gedenktafel in Schwarzenberg erinnert daran.

Auch ein anderer Mühlviertler Handelsherr lebt als Schmuggler in derGeschichte fort. Im Buch Sagen aus dem Böhmerwald erzählt FritzWinkler vom Schatz im Löfflerhof zu Hinterweißenbach. Interessant istdie Schilderung der Geschäftsfelder:

,, Zu Löfflers Zeit war sein Betrieb in Hinterweißenbach das größte Unter-nehmen des Gerichtsbezirkes Leonfelden. Der umfasste eine Bierbrauerei,etliche Brennereien, eine Leinwandbleiche, eine Weberei und eineAppretierwerkstatt. Löffler betrieb außerdem noch einen schwunghaftenLeinwandhandel. Seine Pferdefuhrwerke verfrachteten in alle Nachbarstaa-ten der Österreichisch- Ungarischen Monarchie die Erzeugnisse seinerHausweber. Im Winkler- Gut, heute das Haus Hinterweißenbach 32, mit demHausnamen Pötscher, ließen die Löffler die Webwaren, zurichten'. Die Lein-wand wurde gebleicht, gemangelt, appretiert und mit Pferdefuhrwerken indie Niederlassungen oder zu den Schiffen geliefert. Das Löffler- Leinen hatteeinen guten Namen in der Branche, die Initialien LL waren ein bekanntesMarkenzeichen. Nach Triest wurde Segelleinen geliefert und von dort aufSchiffe nach Amerika verfrachtet. Im unteren Löffler- Haus, dem ehemali-gen Winkler- Gut, soll Adalbert Stifter einige seiner Erzählungen verfassthaben.

Fitz Winkler berichtet in seinem Beitrag Der Löffler zu Hinterweißen-bach auch über Schmugglerfahrten des Leinenverlegers:

,, Das Geschlecht der Löffler hat der Gegend des Weißenbachtales zu einemgroßen wirtschaftlichen Aufschwung verholfen. Vieles erzählen sich dieLeute über sie, doch nur wenig Gutes. War es Neid, der hinter allem, wasdie Löffler unternahmen etwas Nachteiliges suchte? Von den vielen Ge-schlechtern auf dem Löfflergut zu Hinterweißenbach brachte es wohl dieFamilie des Johann Paul zu größtem Reichtum. Er war ein gewiegterHandelsherr, der es wie niemand anderer verstand, den zu dieser Zeit sehreinträglichen Handel mit Gewehren, für die er in der Türkei guten Absatzfand, in großem Stil zu betreiben. Mit Pferdefuhrwerken ließ er die Frachtvon Hinterweißenbach bis zum Goldenen Horn befördern. Hierzulande wa-ren jedoch Waffen im freien Handel nicht zugelassen. Aus diesem Grundemussten die Gewehrläufe beim Verladen in Hinterweißenbach in Holzfuhrenversteckt werden. Löffler ließ darum Baumstämme aushöhlen und darin diekostbare Fracht verbergen. Nach der Schneeschmelze im Frühling tratendie Pferdefuhrwerke mit ihrer getarnten Fracht den weiten Weg in den Osten

an.

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