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Alltagskulturen : Forschungen und Dokumentationen zu österreichischen Alltagen seit 1945 ; Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2004 in Sankt Pölten
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Elisabeth Schiffkorn

Schmuggeln: Vom ,, Nebenerwerb zur

Tourismusattraktion

1. Die Schmuggler im Dreiländereck

Berta Ransmayer berichtet im Jahr 1913 im 3. Bändchen der Beiträge zurLandes- und Volkskunde des Mühlviertels aus dem DreiländereckBayern, Südböhmen und Mühlviertel über die Schwärzer:

,, Die Dinge, von welchen ich hier berichten will, haben sich vor etwa 40 bis50 Jahren zugetragen, also in einer Zeit, wo das, Schwärzer- Geschäft' anunserer Bayerischen Grenze noch in größter Blüte stand. Eigentlich ist esnicht zu verwundern, wenn die Grenzbewohner zu diesem Handwerk ge-griffen haben. Sie waren ja immer arme Leute, ihr Verdienst gering undunsicher. Das, Schwärzen' aber trug etwas und die damit verbundenen Ge-fahren machten es nur interessanter und anziehender. Besonders waren esdie Bewohner von, Lackenhäuser', die nicht nur wegen ihrer groben undderben Art überall gefürchtet waren, sondern auch im Schmuggeln es zueiner gewissen Berühmtheit brachten. Ihr hart an der Grenze gelegenes Dorfbot ihnen zu diesem Geschäft die beste Gelegenheit. Aber auch Schwarzen-berger, Kohlstätter und Julbacher schlossen sich diesen an und bildetenBanden von 30 bis 40 Personen. Selbst Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber und Mädchen taten da mit.Doch alle diese nannte man einfach die, Lackerhäusler', mochten sie dannvon dort gewesen sein oder nicht. Daher kommt es, daß dieser Ort heutnoch weit und breit verschrien ist, jedoch mehr als er es verdient.Nicht alle Lackenhäusler schwärzten aus Armut. Berta Ransmayerberichtet weiter:

,, Die, Lackenhäusler' waren in der Tat recht verwegene und vife Leute.Hatten sie einen Schwärzerzug geplant, wurde zuvor der Besitzer des Rosen-bergergutes, der auch Kaufmann war, verständigt, welcher dann nichtsEiligeres zu tun hatte, als die zu schwärzenden Waren herzurichten. Diesebestanden meist aus Tabak, Wolle und Seidenwaren; besonders waren dieseidenen Halstücher mit eingewebten Blumen und farbigen Fransen ein rechtgangbarer Artikel.

Jener Besitzer des Rosenbergergutes war nicht nur Lieferant derSchmugglerware, er ging auch als Freund Adalbert Stifters in die Litera-

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