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Alltagskulturen : Forschungen und Dokumentationen zu österreichischen Alltagen seit 1945 ; Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2004 in Sankt Pölten
Entstehung
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Hiltraud Ast

Seit der Zeit blühender Eisen- und Salzgewinnung steigerte sich dieHolznot im Umkreis der Bergwerke gefährlich. Ganze Hänge wurdenabgetrieben und verkohlt oder unter die Sudpfanne geschoben. WenigeSamenbäume der Lärche ließ man stehen und hoffte, dass durch Windder natürliche Anflug genügen würde, Nachwuchs zu erzielen. ÖsterreichsWälder waren ausgeplündert.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging man endlich dazu über,Kahlschläge künstlich aufzuforsten. Dadurch entstanden jedoch Mono-kulturen der Fichte, gefährdet durch Käfer und Windwurf. Die künstlicheAufforstung nannte man im Volksmund BÄUMERLSETZEN. Meist hob eineGruppe von 6 bis 12 Mann mit der Kreuzhaue passende Gruben aus demErdboden, die nachfolgenden BÄUMERLSETZERINNEN setzten Fichtenpflanzenein und festigten Erde und Wurzeln mit einigen Tritten.

Dies war erstmals eine Frauenarbeit im Wald, die regelmäßig entlohntwurde. Bei Schlechtwetter blieben die Frauen zu Haus und konnten sodie Hausarbeit bewältigen.

An die wochenlange Kampagne schlossen andere Waldarbeiten an, wieAusgrasen, Arbeit im Pflanzgarten, Streichen der Wipfel gegen Verbiss.Hatte die Bäumerlsetzerin auf dem Lohnzettel 26 Wochen beisammen,

Lichtung mit natürlichem Anflug

Fotos: Archiv der Gesellschaft der FreundeGutensteins.

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