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Alltagskulturen : Forschungen und Dokumentationen zu österreichischen Alltagen seit 1945 ; Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2004 in Sankt Pölten
Entstehung
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Burkhard Pöttler

dem Hof verzichten. Gerade solche Stücke stellen nach Langbein ,, mobi-le Erinnerungsorte dar, die identitätsprägende soziale Räume" verewi-gen.35 Die Einbindung eines solchen Stücks in die moderne Wohnzimmer-einrichtung des Hauses unterstreicht dabei die besondere Bedeutung. DasErben eines ganzen Hauses wird hingegen weniger symbolisiert; zu selbst-verständlich scheint offenbar der Verbleib in der gewohnten Umgebung.Und auch der pekuniäre Wert ist nicht unbedingt ausschlaggebend für dieWertschätzung: so werden in einer Familie zwar Tracht und Goldhaubevon den Kindern bei besonderen Anlässen durchaus gern getragen, dasebenfalls geerbte Silberbesteck stößt hingegen auf geringere Begeiste-rung, wobei das Argument der fehlenden Geschirrspülerfestigkeit wohlnur einen Teilaspekt darstellt.

Der immaterielle Aspekt der geerbten Dinge wird also in vielen Fällenhervorgehoben. Die Gegenstände erinnern an die Verstorbenen oder zei-gen die eigene Herkunft auf. Das gilt für das vom Vater geerbte Rennradebenso wie für Uhren( von der Pendeluhr bis zur Rolex), Möbel und Fo-toapparate. Es entstehen dabei oft Sinndimensionen, welche die funktio-nale Bestimmung und auch den pekuniären Aspekt überschreiten.36Dennoch tritt der finanzielle Aspekt nicht völlig in den Hintergrund. Dasgilt für ein Haus ebenso wie für ein Auto oder Bargeld, das dann in daserste Auto umgesetzt wird. Während jedoch das Haus eine längerfristigesymbolische Präsenz des Erblassers oder der Erblasserin zumindestermöglicht, ist ein Auto ein Konsumgut von durchaus beschränkterLebensdauer. Wenn es sich dabei, wie in einem Fall, um das übernomme-ne Auto des Großvaters handelt, so ist dieser quasi noch präsent, wird nurdas geerbte Geld für die Anschaffung des Autos verwendet, so ist dieVerbindung wohl noch einmal geringer.

Werbung und Vertrieb

Die Bedeutung der Werbung für den Vertrieb von Konsumgütern allge-mein und besonders für jenen von Massengütern wird heute kaum be-stritten. Die prinzipielle Wahlfreiheit der Konsumenten wird dabei alswesentlicher Faktor bei der Produktion von Objekten der Massenkulturgesehen, die strukturelle Dominanz der Werbekultur hat jedoch auchwesentlichen Einfluss auf kollektive Bewusstseinsmuster.37 Den Erfolg

35 Ebd., S. 236.

36 Vgl. ebd., S. 19.

37 Ruppert 1993( wie Anm. 10), S. 34.

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