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Esoterik als neue ,, Volksfrömmigkeit“?
Eingelernte Missverständnisse belasteten das Sakramenten-verständnis bei Beichte und Krankensalbung( vulgo ,, letzte Ölung“,wobei dem Priester die Rolle des Totenvogels zukommt).
In der christlichen Lebensorientierung wurde der Begriff der Sün-de betont. Angst vor einer Strafe Gottes wirkte oft stark nach.Eine Mischung von Werten und Antiwerten bestimmte die alltäglicheLebensbewältigung( Angst und zugleich Vertrauen Gott gegenüber). DerGlaube alter Menschen erschien bisweilen kindlich. Aber er erwies sichin Lebenskrisen als tragfähig.
Projekt ,, Alte und neue Bräuche in Wiener Pfarren"
Während diese Gespräche die persönliche Seite der Religion zeigten, habeich das kirchliche Angebot mit einem anderen Forschungsprojekt erkun-det.„ Alte und neue Bräuche in Wiener Pfarren" beschäftigte sich mitdem Segment der Rituale im Gottesdienst und in pfarrlichen Gruppen derkatholischen und evangelischen Kirchen in Wien. Nach der ersten Phase1990/91 wurde 1997 ein Vergleich ermöglicht. 1990/91 antworteten 96,7Prozent der katholischen Pfarren im Stadtvikariat, inklusive Militärpfarreund griechisch- katholische Zentralpfarre Sankt Barbara. Bei den evange-lischen Pfarrgemeinden betrug die Rücklaufquote 91,3 Prozent. Es wur-den 200 Fragen gestellt und ersucht, Zutreffendes anzukreuzen, eventuellBemerkungen zu machen und ergänzende Informationen zu übersenden.Die Auswertung umfasste mehr als 35.000 Datenfelder. Bei Unklarheitenwurde systematisch nachgefragt. Nach sieben Jahren erhielten dieEinsender Kopien ihrer Fragebogen mit der Bitte, sie zu aktualisieren.Diesmal lag die Rücklaufquote der katholischen Pfarren bei 75,5 Pro-zent. Von den evangelischen Gemeinden beteiligten sich 57,1 Prozent.Die Fragebogen folgten den Festen des Kirchenjahres. Die Rubriken desMessbuches schreiben die liturgische Gestaltung detailliert vor und ent-halten Kann- Bestimmungen( ,, Wo es Brauch ist...") Nach dem ZweitenVatikanischen Konzil wurde oft eine ,, sinnliche Liturgie" gewünscht, weildie neue angeblich zu„ verkopft“ sei. Bei Durchsicht der vorliegendenErgebnisse kann man diesen Vorwurf nicht teilen, im Gegenteil: Durchdie in der Liturgiekonstitution Art. 48 geforderte„, bewusste und tätigeMitfeier des Gottesdienstes" werden alte Elemente wie Prozessionenwieder hereingeholt. Die Antworten sagen mehr über das Angebot alsüber die Akzeptanz, fallweise gibt es Anmerkungen der Einsender. DieSubkultur in den pfarrlichen Gruppen mit ihren eigenen Bräuchen und
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