Vorwort
letzten sechzig Jahre über„ Sammelkonzepte“ und neu zu schaffendeStrukturen zu sprechen.5
Bereits 2003 hatte sich innerhalb des Vereins eine Arbeitsgruppe gebil-det, deren Mitglieder sich das Ziel gesetzt hatten, eine Liste von beson-ders aussagekräftigen Objekten zusammenzustellen, die als charakteri-stisch für die Zeit nach 1945 anzusprechen sind. Bei aller Unschärfe vonZeitgrenzen und unter Berücksichtigung des Satzes von der GLEICHZEITIG-KEIT DES UNGLEICHZEITIGEN hatte man sich darauf geeinigt, in Zehnjahres-schritten vorzugehen, also von den„ Fünfzigern"( einschließlich derunmittelbaren Nachkriegsjahre), den„, Sechzigern“ und so weiter zusprechen und für die einzelnen Dezennien, auch im Hinblick auf denmuseologischen Schwerpunkt, sogenannte„ Leitobjekte" für folgendeBereiche namhaft zu machen: Arbeit, Wohnen/ Haushalt, Freizeit, Mobi-lität, Körpergefühl. Nach einer breit gestreuten Umfrage wurde in offe-ner Diskussion eine entsprechende Auswahl getroffen; für jede derDekaden wurde je ein Objekt pro obgenanntem Thema benannt, das ineiner informativen Broschüre in Text und Bild vorgestellt werden sollte.Die ,, Vorstellung“ dieser Leitobjekte erfolgte zuerst in Form von Inter-views mit den Autorinnen und Autoren der einzelnen Kurzbeiträge, ausdenen an vier Vormittagen im Jänner 2004 einstündige Sendungengestaltet und von Ö 1 ausgestrahlt wurden( eine Wiederholung folgte eingutes Jahr später).
Die Publikation' soll( te) zum Denken anregen, zum Nachdenken überdie in der Einleitung gestellten Fragen:„ Welche signifikanten Dingehinterlässt eine Epoche? Wie kommt sie zu ihren Symbolen? Was kannkommenden Perioden einmal etwas über unsere Zeit erzählen?" IhreAutoren kommen zum Schluss, dass die in dieser Zusammenstellung ver-sammelten Objekte im doppelten Sinne Marksteine im Prozess der Mo-dernisierung sind:„, als Realien und damit als reale Faktoren einer in Be-wegung geratenen Gesellschaft; und als„ Zeichen", nach denen das kol-lektive Gedächtnis Österreichs Weg in eine nationale Moderne sortiert".?Es wird sich zeigen, ob die aufgenommenen„ Dinge des Alltags" der letz-
5 A[ ndrea] Euler: Symposium ,, Sammelkonzepte“ im Rahmen der„ Alltagskultur seit1945". In: OÖmuseumsjournal, 14. Jg., 2004, H. 5, S. 4f.
6 Verein Alltagskultur seit 1945( Hg.): Dinge des Alltags. Objekte zu Kultur und Le-bensweise in Österreich( Kataloge der Oberösterreichischen Landesmuseen, N. S. 17).Weitra 2004.
' Konrad Köstlin, Herbert Nikitsch u. Bernhard Tschofen: Einleitung. In: Verein Alltags-kultur 2004, S. 7.
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