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Peregrinatio neohellenika : Wallfahrtswanderungen im heutigen Griechenland und in Unteritalien
Entstehung
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gar nicht um eine Votiv- Ikone, sondern um ein aus einer römisch- katholischenKirche auf den Ionischen Inseln stammendes Votivbild handelt. Ein von einemwütenden Stier angegriffener Mann ruft den Erzengel Michael zu Hilfe. DerUnfall hat sich auf dem Kirchplatz des Dorfes zugetragen. Nachbarn eilenaus den Häusern herbei. Der Ikonen- Typ ist hier völlig verlassen, im Gegen-satz zu allen übrigen oben beschriebenen Bildern, welche trotz mancher grö-Berer Übernahmen aus dem römisch- katholischen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum dem innerenGehalt nach orthodox geblieben sind. Die Geistes- und Erlebniswelt des ortho-doxen Malermönches, der sich durch Fasten auf sein Werk vorbereitet unddie Farbe mit Weihwasser anrührt, sowie die gesamte orthodoxe Stil- Traditiondrücken sich in ihnen für jeden, der diese Sprache versteht, unmiẞverständ-lich aus.

Der von uns unternommene Versuch einer Typengliederung darf indessennicht ohne weiteres mit einer historischen Abfolge gleichgesetzt werden. Sosind z. B. bei den Abb. 15 und 16 die katholischen Elemente dem Ikonenstilvöllig angeglichen, obwohl es sich um verhältnismäßig späte Darstellungen ausdem 19. Jahrhundert handelt, während das zeitlich viel früher liegende Nau-paktos- Bild( Anfang des 17. Jahrhunderts) die katholische Wolkenbank weit-aus unorganischer mit dem Ikonentypus verbunden hat. Andererseits ent-sprechen die allerjüngsten Bilder aus Korfu( Abb. 70, S. 85) in Form undGeist zur Gänze der römisch- katholischen Tradition. Es dürfte also schwerfallen, hier eine geradlinig verlaufende historische Stilfolge festzustellen, daeine etwaige Entwicklung stets viel zu sehr von des jeweiligen Votivtafel-Bestellers bzw.-Malers größerer oder geringerer individueller Abhängigkeitvon orthodoxen oder römisch- katholischen Einflüssen durchbrochen wird.

Der Volksglaube steht zur Hochreligion, wie überall in Europa, so na-türlich auch in Griechenland, in mehr oder weniger starker Wechselbeziehung.Demgemäß wirkt sich die Auffassung, die die orthodoxe Kirche vom Wesender Ikone hat, auch auf den volkstümlichen Wallfahrtskult aus und verleihtihm eine von der römisch- katholischen Kirche trotz vieler Gemeinsamkeitenabweichende, deutlich spürbare besondere Note. Metropolit Seraphim schreibtin seinem Buch über die Ostkirche zu diesem Thema folgendes: Die Mensch-werdung des Logos ermöglicht die bildliche Darstellung des an und für sichunsichtbaren und transzendenten Göttlichen.Deshalb sind auch dieIkonen der Heiligen als Abbilder ihrer vergöttlichten Menschheit gerechtfertigtund geheiligt. Tatsächlich sind auch die orthodoxen Ikonenmaler bestrebt, aufden Ikonen der Heiligen ihre verklärte Menschheit darzustellen......... In An-lehnung an die platonische Philosophie kann man sagen, daß die Ikone daswahre Sein, die ewige Idee des abgebildeten Heiligen zum Ausdruck bringt.

Der orthodoxe Christ verehrt die Ikonen auch durch Küssen, Räuchernmit Weihrauch und Aufstellen von Kerzen vor ihnen.Die Voraus-setzung dieser Lehre ist der Glaube, daß zwischen der Ikone und demUrbild eine reale mystische Beziehung besteht. Das Urbild ist vom Ab-

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