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Forschungsfeld Familienfotografie : Beiträge der Volkskunde / Europäischen Ethnologie zu einem populären Bildmedium ; Referate der 2. Kittseer Herbstgespräche am 20. und 21. Oktober 2000 anlässlich der Jahresausstellung "familienFOTOfamilie" von 16. April bis 5. November 2000
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Familie und ethnographische Fotografie in derSlowakei

Marta Botiková

Beinahe zwei Jahrhunderte lang ist die Fotografie jetzt ein Teil desmenschlichen Lebens, der Kultur und der Kunst. Fotografie ,,, hält dieZeit an", läßt die Gegenwart zum Zeitlosen gerinnen- sie kann aberauch einen vergangenen Augenblick in diese Gegenwart holen, ihnzu einem Moment dieser unserer Gegenwart machen. Dabei habensich freilich die Möglichkeiten der Darstellung wie auch die abgebil-deten Motive im Zuge der technischen und künstlerischen Entwick-lung der Fotografie verändert. Am Ende des 19. Jahrhunderts habenviele Fotografen ihr Atelier verlassen und damit begonnen, sich einerbreiten Palette von Motiven zuzuwenden. Auf diese Weise ist auchrecht bald das alltägliche Leben, sind- neben der Dokumentationvon Festen und Feiern- alltägliche Situationen zum Sujet fotografi-scher Abbildung geworden, und dies auch in Regionen, die oft weitentfernt von den kulturellen Zentren gewesen sind. Und so wurdenetwa nicht nur die großen Städte und ihre Umgebung abgelichtet,sondern beispielsweise auch Fischerhütten oder Bergdörfer.Wie etwa der amerikanische Fotograf Edward S. Curtis seinerzeit dieWelt der amerikanischen Indianer Glossary ::: show glossary-entry  Indianer entdeckt hat, so- auf die gleicheArt und auch ungefähr zur gleichen Zeit- hat auch in der kleinenzentralslowakischen Stadt Martin ein Maler, Fotograf und Ethnographnamens Pavel Socháň immer wieder sein Atelier verlassen, um dieLebensweise der Landbevölkerung in der Slowakei zu erkunden. Inder Geschichte der slowakischen Fotografie war er der erste, derethnographische Forschung mit fotografischer Dokumentation ver-knüpft hat. Dabei ist es ganz selbstverständlich, dass er, der ur-sprünglich als Maler ausgebildet war, sein Werk von der bloßenDokumentation hin zur künstlerischen Gestaltung entwickelt hat: vondieser schöpferischen Spannung zwischen Kunst und Wissenschaftsind alle seine Kompositionen geprägt.

Socháň hat immer die Perspektive des Künstlers eingenommendaher auch sein besonderes Interesse an Volksarchitektur und Volks-kunst, an Volkstrachten, an Stickereien und an Ornamentik. Doch hater seine Aufmerksamkeit, neben Landschaftsaufnahmen, auch denMenschen und den verschiedenen Momenten ihres Alltagslebens,ihrer oft harten Arbeit in der Familie, im Haushalt und auf dem Hof

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