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Forschungsfeld Familienfotografie : Beiträge der Volkskunde / Europäischen Ethnologie zu einem populären Bildmedium ; Referate der 2. Kittseer Herbstgespräche am 20. und 21. Oktober 2000 anlässlich der Jahresausstellung "familienFOTOfamilie" von 16. April bis 5. November 2000
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Fotografie als Medium der Kommunikation amBeispiel von ungarndeutschen Familien

Mónika Lackner

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Die rasche Verbreitung der Fotografie bald nach ihrer Erfindung umdie Mitte des 19. Jahrhunderts verdankt sich wohl vor allem ihrerkommunikativen Valenz, die ihr sowohl in allgemein- gesellschaftli-cher als auch in individuell- persönlicher Dimension eigen ist. Dochwenn auch die Bedeutung von Familienfotos als Medium gesell-schaftlicher Kommunikation in allen einschlägigen Arbeiten betontwird¹ empirisch- konkrete Forschungen auf gesicherter theoreti-scher Basis zu dieser Thematik, in denen verdeutlicht wird, welchealltäglichen Situationen im Foto festgehalten werden bzw. welchetraditionellen Vorbilder für bestimmte Fotomotive existieren, gibt esnur wenige, wie bereits Horänyi Özséb² in seinen Überlegungenanläßlich der ersten Veröffentlichungen von Ernő Kunt angemerkthat. Bei solchen großteils noch ausstehenden Untersuchungenwäre- gerade, wenn es sich um Familienfotos handelt- die Beach-tung der verschiedenen kommunikativen Funktionen und Anwen-dungsbereiche wie Dokumentation, Selbstdeklaration, Selbstidentifi-kation oder Erinnerung besonders wichtig.

Im Januar 2000 habe ich damit begonnen, die Geschichten vondeutschen Familien in Südungarn unter Heranziehung von Familien-fotos zu untersuchen.³ In den Dörfern dieser rein agrarisch struktu-rierten Region haben bis 1945 deutschsprachige Bewohner mehr-heitlich reformierten Glaubensbekenntnisses gelebt, unter denenallerdings eine stark differenzierte gesellschaftliche wie auch wirt-schaftliche Gliederung herrschte. Für eine Untersuchung dieser Fa-milien sind Fotos, die die Verhältnisse zu einem bestimmten Zeit-punkt festhalten, eine ideale Quelle- enthalten sie doch Informatio-nen, wie sie mit Hilfe von Erinnerungsgesprächen alleine oft nichtmehr zu erheben sind: etwa über die formellen und informellenBeziehungen der Familienmitglieder, über die soziale Gliederungnach Generationen, Vermögen und Status, über das kulturelle Lebender Familien( Unterricht, Tourismus, Vereine), über die wirtschaftli-

1 Vgl. Bourdieu 1977, Deneke 1983, Kunt 1984, Musello 1980.

2 Vgl. Horänyi Özséb 1987.

3 Die Ausführungen sind Teil einer langfristigen Untersuchung über die Familienstra-tegien der verschiedenen Volksgruppen in der Region.

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