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Forschungsfeld Familienfotografie : Beiträge der Volkskunde / Europäischen Ethnologie zu einem populären Bildmedium ; Referate der 2. Kittseer Herbstgespräche am 20. und 21. Oktober 2000 anlässlich der Jahresausstellung "familienFOTOfamilie" von 16. April bis 5. November 2000
Entstehung
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Bemerkungen zur wissenschaftlichenFotoszene in der Schweiz

Paul Hugger

In der schweizerischen Fotoszene- ich spreche hier nicht von Foto-galerien, sondern von den Institutionen, die sich aus öffentlichemAuftrag heraus mit der Fotografie beschäftigen-, in dieser Fotoszenehängt der Haussegen schief; es schwelt ein Konflikt, der weitgehendzum Grabenkrieg geronnen ist, wobei sich die Gegner meist bedeckthalten. Eine solche Feststellung ist für die europäische Kulturland-schaft nichts Außergewöhnliches, sondern dürfte wohl eher die Normdarstellen. Es gäbe also an sich keinen Grund, sie zu erwähnen,wenn nicht die Auseinandersetzungen in der Schweiz spezielle Ur-sachen und eine besondere Form angenommen hätten.Die Ursachen, um diese gleich vorwegzunehmen, liegen in derextrem föderalistischen Struktur unseres Landes. Dazu zunächst einWort: Vielfältige Institutionen- bundesstaatliche, kantonale, Stiftun-gen mit Öffentlichkeitscharakter, private Sammler- horten, pflegen,verwalten und verwerten das fotografische Erbe in der Schweiz; sietun dies mit unterschiedlicher Zielsetzung. Vieles wirkt wie Wild-wuchs, nur weniges wurde im Rahmen eines Gesamtkonzeptesgeplant und nach klaren Kriterien aufgebaut. So steht manches quer,hat aber in einem Land, in dem die Fotografie lange als, quantiténégligeable" betrachtet wurde, den Charakter des Respektablen, unddie Betroffenen wehren sich deshalb, in einer rationalen, nach mo-dernen Kriterien konzipierten Gesamtlösung als Verlierer dazuste-hen. Vor allem, wenn eine solche Planung zentralistisch von Bern,dem Bundesamt für Kultur, ausgeht. Zentralismus steht so gegenPartikularismus, auch hier drückt ein Grundmuster schweizerischerKulturpolitik durch.

Um das zu präzisieren, seien die wichtigsten Fotoinstanzen vorge-stellt: Lange hat die Fotografie in der kunstbeflissenen Öffentlichkeitder Schweiz einen geringen Stellenwert gehabt, die Schweiz ist indieser Hinsicht ein rückständiges Land. Der Film hatte es leichter; esbesteht dafür eine bedeutende, vom Bundesstaat mitgetragene Insti-tution in Lausanne, die Cinémathèque suisse". Zwar boomt" auchheute die Fotografie in unserem Land, aber das gilt nur für dieKunstfotografie; die angewandte Fotografie hat keine Lobby. Späterst kam es zur Gründung einer ersten Institution für das Sammeln

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