7. Die sechs Finger der Muttergottes von MariaLaach am Jauerling
Nr. 32
Maria Lach am Jauerling
Hoch oben auf dem Jau'rlingberg' im Lande OesterreichEin Gotteshaus vereinsamt steht, an schönem Bildwerk reich,Nach alter deutscher Kunst und Art, wo Andacht und GemüthIn bunten Farben wundersam auf Holz und Stein geblüht.
Ein Wallfahrtsbild, von Alter braun, schaut nieder von der Wand:Maria hält das Himmelskind in treuer Mutterhand,
Ernst blickt ihr Aug' herab, und an der Rechten, sonderbar!Sechs Finger deutlich im Gemäld' das Auge wird gewahr.
Ein frommer Herr von Kueffstein hat, wie noch die Sag' erzählt,Die Kirche aufgebaut, und dann zu ihrem Schmuck bestelltZu Pöchlarn, in der alten Stadt, bei Meister Veit ein Bild:„ Maria in der Mutterfreud', verklärt und freundlich mild."
Ein wack'rer Künstler war wohl Veit, doch liebt' er allzusehrDen Becher; oft beim Malen ward ihm Kopf und Hand zu schwer,Und Manches, was mit frommen Sinn er meisterlich begann,Eh' man es sich versah, in Wein und Trunkenheit zerrann.
So frühen Morgens frommgemuth schickt Veit sich an zum Bild:,, Maria in der Mutterfreud', verklärt u. freundlich mild."In seiner hellen Stube ging er sinnend hin und her,
Es schien das längst bestellte Werk dem Meister nicht so schwer.
Im dunkelgrünen Kleide stand Maria mit dem Kind',Nach einer Rose langet es, froh, wie die Kinder sind,Die ihm ein holder Engel reicht; und in der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau HandGlänzt eine reiche Perlenschnur und gürtet ihr Gewand.
Maria weis't den Andachtsschmuck dem frommen Volke dar,Weil des Gebethes Rosenkranz ihr werthvoll immer war;Und Männer würdevoll, und Frau'n in heißer Andacht Gluth,Empfehlen sich Maria's Schirm, Maria's sich'rer Huth.
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