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Studien zum griechischen Volkslied
Entstehung
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jenseits der Lebensgrenze eine lebensähnliche Existenz angenommen wird,und sei es auch nur als die negative Umkehrung des Lebens. In die rationalausweglose paradoxe Dialektik von Sein und Nichts eingespannt beibt derTod bis in die Gegenwart bloß die schattenhafte alter pars des Lebens,totaliter aliter, die empirisch uneinsichtige Rückseite der Münze, die wirExistenz nennen. So gehört der geheimnisvolle Übergang ins Niemandslandvon Tod und Jenseits zu jenen exzeptionellen Ereignissen des individuellenund sozialen Daseins, die vor allem in den Balladen, in immer neuenVariationen und Kontexten, besungen werden.

Die rezente Thanatologie, ein in den letzten Jahrzehnten aufstrebenderinterdisziplinärer Wissenschaftszweig, untersucht nicht so sehr die existenz-philosophischen und eschatologischen Postulate verschiedener Religionenund Kulturen, sondern mehr den soziologischen, sozialpsychologischen,individualpsychologischen und psychoanalytischen Kontext des Todesphä-nomens". Hier kommen Phänomenkomplexe wie die kommunikative Tabui-sierung des Todes, die irrationale konventionalisierte Formelhaftigkeit derrelevanten Signifikate, die soziale Organisation des ,, natürlichen" und ,, un-natürlichen" Sterbens und dergleichen mehr zur Sprache 12. Es geht aberweniger um das Wiederaufleben Freudscher Todestriebtheorien als um diegesellschaftliche Verkraftung dieses zäsursetzenden Ereignisses, die ideolo-gische und praktische Bewältigung dieser unausweichlichen Schicksals-

Mort chez le peuples altaïques anciens et médievaux d'après les documents escrits. Paris1963.

7 Zu diesen Jenseitsvorstellungen bei den verschiedenen Kulturen existiert eine Fülle vonLiteratur. In Auswahl: G. Pfannmüller, Tod, Jenseits und Unsterblichkeit in der Religion,Literatur und Philosophie der Griechen und Römer. München/ Basel 1953; Joh. Hemleben,Jenseits. Idee der Menschheit über das Leben nach dem Tod vom Ägyptischen Totenbuchbis zur Anthroposophie Rudolf Steiners. Reinbek[ 1975]; W. F. J. Knight, On ancient Greekand Roman beliefs concerning a life after death. London 1970; W. D. Mostböck, Die Reisein eine andre Welt. Ideologie, Technik und Funktion der Jenseitsfahrt. Diss. Wien 1972;Chr. M. Löffler, The voyage to the other world island in early Irish literature. Vol. 1-2.Salzburg 1983; H. R. Patch, The other World according to descripitons in medievalliterature. Cambridge/ Mass. 1950; R. Dinzelbacher, Vision und Visionsliteratur im Mittel-alter. Stuttgart 1981.

8 Zur rezenten Thanatologie- Literatur vgl. C. Gorer, Death, grief and mourning. New York;M. Vovelle, Mourire autrefois. Paris 1974; P. Aries, Essai sur l'histoire de la mort enOccident du moyen âge à nous jours. Paris 1975( deutsch: Geschichte des Todes. Mün-chen/ Wien 1980); ders., L'homme devant la mort. Paris 1977 etc.

9 A. Jolivet, Le problème de la mort chez M. Heidegger et J.-P. Sartre. Abbey St. Nandrille

1950.

10 Vgl. etwa den Sammelband H.-J. Klimkeit( ed.), Tod und Jenseits im Glauben der Völker.Wiesbaden 1978.

11 Dazu neuere Arbeiten von A. Hahn, Einstellungen zum Tod und ihre soziale Bedingtheit.Stuttgart 1968; M. E. Mitchell, The child's attitude to death. London[ 1966]; R. J.Karstenbaum, Death, society and human experience. Saint Louis 1967; J. Laplanche, Lebenund Tod in der Psychoanalyse. Olten/ Freiburg 1974; R. C. Fox( ed.), The social meaningof Death. Philadelphia 1980 etc.

12 Dazu ausführlich D. Sudnow, Passing On. The Social Organization of Dying. EnglewoodCliff 1967( deutsch: Organisiertes Sterben. Tübingen 1973).

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