Anhang:
1. Aus dem gedruckten Mirakelbuch herg. von Freyd( S. 121), 1680.Ein erlahmte Person gesund.
Anna Messnerin von Steyr erlahmete anno 1636 an Händ und Füssendergestalt, daß sie deren Gebrauch völlig beraubt und wie man sie hebeteund legte oder setzte. bleiben müßte. In solch elenden Zustand verlobt siesich nachher Adlwang mit jährlichen Opfer neben Beicht und Kommunion,erlangt völlige Gesundheit, tut ihrer jährlichen Schuldigkeit noch anno1680 den 8. Sept. gnug.
Dies Glübd und Gnad der Gesundheit ist geschehen obiges Jahr umbSt. Bartholomei, umb welche Zeit der Teufl zu Mariazell ausgesagt, daßdie Mutter Gottes zu Adlwang im Bad sei.
2. Aus dem gedruckten Mirakelbuch Freyds( S. 122 ff.). 1680..Gleichfalls erlahmete anno 1679[ zu] Bartholomei Barbara Mollnerinzu Sierning an Händ und Füßen dergestalt, daß sie bis auf Weihnachtenwie ein Kind müßte gespeist und von einem Ort zum andern getragenwerden. Man bemühete sich zwar durch natürliche Mitteln zu helfen, kämesogar auch auf unzulässige, aber alles umb sonst. Einige Besserung kunntenit verspürt werden. Endlich nimmet die Presthafte ihr Vertrauen zurAdlwangerischen Gnaden mutter. bittend nur soviel Gnad, daß sie möchtean den Krucken herumbkriechen. Auf Bitt und Glübd die Gnad. Die erstarrteGlieder erstrecken sich, daß sie sich der Krucken bedienen können, unterdessen vermehret und wiederholet sie ihre Bitt umb Erlangung völligerGesundheit zum öftesten mit Verlobung, die Krucken selbst nacher Adl-wang zu tragen, wann sie erhört wurde. Es geschicht, was sie begehrt;gelanget nach und nach zur völligen Gesundheit. Endlich ihrem Glübd gnugzu tun, als den 8. Septemb. 1680 die Sierninger mit der Prozession nacherAdlwang zu gehen entschlossen, macht sie sich selben Morgen, die Kruckenunter den Yechsen tragend, auf den Weg, in Meinung vor der Prozessionnacher Adlwang zu kommen. Weilen sie sich etwas schamete, die Kruckenunter den andern Wallfahrtern zu tragen, aus Sorg, sie möchte verlachtwerden. Ein halbs Feldwegs ginge sie also fort bis zu dem außer Sierningaufgerichten hiltzenen roten Kreuz, bei welchen sie ein solche Müdig-keit überfülle, daß sie nit vermöchte weiter fortzukommen. Müßte alsoden angefangenen Weg wiederumb zuruck nacher Haus nehmen, der Leibs-Kräften ziemlich beraubt. Etwann eine halbe Stund hernach ginge dieProzession fort und bei ihrer Wohnung fürüber. Sie Barbara sagt zu denihrigen, sie wolle es in Gottes Nam noch einmal wagen und mit der Kreuz-schar fortgehen, mischet sich also. die Krucken unter den Yechsen tragend,unter das andächtig betende Weibervolk Glossar ::: zum Glossareintrag Weibervolk, vermerkt, daß, je weiter siegehet, je mehrer die Leibs- Kräften zunehmen. Kommet endlich mit derProzession in das Gnadenhaus und in die Sakristei, Erlaubnuss bittend,die Krucken bei dem Gnadenaltar aufzuopfern; wurde aber alsobald ab-gewiesen, mit Vermelden: man müsse nicht gleich einem jeden herlaufendenalten Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib glauben. Sie hingegen beteurete hoch, die Gesundheit auf ge-tanes Glübd erlangt zu haben. Nimmet alsobald zum Zeugen den eben
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