da nach A. Depinys Angabe 43) im Kremsmünsterer Klosterarchivein handschriftliches Mirakelbuch von Adlwang von 1830 erliegt.
2. Beweggründe für die Wallfahrt
Die Gelübde zu ein- oder mehrmaliger Wallfahrt nach Adlwangwurden in der Periode von 1620 bis 1746 gleich wie bei zeitgenössi-schen Veriöbnissen zu Pilgerfahrten nach anderen Gnadenorten beiGefahren und Unfällen aller Art, wozu auch Krankheiten und Ge-brechen zu rechnen sind, abgelegt. Die Vollziehung der Wallfahrtengeschah in der Regel nach Abwendung, bzw. glücklicher Überwin-dung des Unheiles, die man der Wunderkraft des Gnadenbildes zu-schrieb. Es sind also in der Regel Dankwallfahrten für eine erfüllteBitte, worin der alte Grundsatz des Votanten ,, Do ut des" nochdeutlich durchschimmert. Nebenher, wenn auch in der Minder-zahl treffen wir noch unmittelbare Bittwallfahrten hier an, dieden Zweck haben, entweder einer drohenden Gefahr oder einemUnfalle vorzubeugen, oder wenn diese schon eingetroffen sind, ihrAbklingen zu erflehen. Wir wollen hier zunächst von den treiben-den Momenten zur Wallfahrt nach Adlwang, die wir auch subjektiveBeweggründe nennen können, jene vorgefallenen Unfälle aufzählen,die wir zur allgemeinen Unfallsgruppe rechnen. 134 derartige Fällevon Begnadeten sind durch die 2 Mirakelbücher überliefert. DieseGebetserhörungen verteilen sich auf Feindesgefahr( 5), auf Wassernot( 33), worunter Ertrinkungsgefahr( 22), Schiffsunglück( 8) und Über-schwemmung( 3) zusammengefaßt sind, auf Feuersgefahr( 4), Ge-witter( 4), Mißwachs( 1), Aderlässe( 2), gefährlicher Fall bzw.Sturz( 28), Verschlucken, bzw. Steckenbleiben von Gegenständen imHals( 28), Hundebiẞ( 2), Quetschung( 4), Anfall von Raubtieren( 1),losgehende Flinte( 1) und auf Verwundungen( 21).
Wie wir aus den gebuchten Gebetserhörungen ersehen, sindweitaus die meisten Gnadenbeweise durch die Adlwanger Madonnaan mit Krankheiten oder Gebrechen Behafteten vollzogen worden.Diese Tatsache legt die Annahme nahe, daß die Adlwanger Wall-fahrtskirche vorwiegend als Heil der Kranken galt, das oft schonden Mirakelbüchern zufolge auf bloße Anrufung des Gnadenbildeshin oder nach gemachtem Wallfahrtsgelübde zu demselben seineHeilkraft offenbarte. Sowohl in Freyds Mirakelbuchausgabe wieauch in dem handschriftlich 1746 abgeschlossenen Mirakelbuchefinden sich mehrere darauf bezügliche schmückende Beiwörter sowieBezeichnungen für die Adlwanger Madonna, wie Adlwanger Lebens-erhalterin, Adlwanger Wundarzt, Adlwanger Retterin, AdlwangerNothelferin, Adlwanger Gnadenapotheke, Adlwanger Gsundmadonna,Gnadenhebamme und wunderbare Augenärztin.
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