mund daselbst und nach einem Fraisenanfall ihres Kindes zum Veits-altar in Kremsmünster und nach Adlwang. Der hl. Veit war be-kanntermaßen ein Abwehrpatron gegen Fraisen 45). Sehr bemerkens-wert ist ferner das damalige Wallfahrten der Frauen nach St. Nico-lai 46) bei Waldneukirchen für Kindersegen und aus dem gleichenGrunde zum sogenannten Kindlbettaltar in der Adlwanger Wall-fahrtskirche, worüber wir an anderer Stelle schon berichtet habenund auf den wir noch im folgenden 9. Abschnitte dieses Kapitelszurückkommen werden. So darf es nicht wundern, daß 1682 eineFrau aus dem gleichen Grunde beide Gnadenstätten besucht undsodann infolge Erkrankung des neugeborenen Kindes wieder beideWallfahrtsorte aufsuchte. Man wird auch begreifen, daß im Jahre1680 eine Pilgerfahrt von Vorchdorf nach Adlwang und St. Florianangetreten wurde, deren Beweggründe die glückliche Eindämmungeines durch Blitz entzündeten Brandes gewesen ist. Denn St. Flo-rian ist ja schon seit dem XV. Jahrhunderte der Schutzpatron gegenFeuersgefahr 47).
8. Wunderbare Hilfe, bzw. Heilung
Wir bemerkten bereits, daß in der Regel vor dem Vollzuge derWallfahrten durch die Begnadeten, bald oder allmählich nach abge-legten Kirchfahrtsgelübden nach Adlwang, infolge wundertätigerWirkung des Gnadenbildes sich Hilfe, bzw. Besserung oder Heilungder Leiden eingestellt hat. Siebenmal wird bei Eintragungen von1680 bis einschließlich 1683 in die Mirakelbücher das rasche Ein-greifen der wunderkräftigen Adlwanger Madonna nach ihrem An-gerufenwerden oder Verlöbnisse zu ihr nachdrücklich betont. Dar-unter finden sich zwei Fälle( 1680 und 1681), bei denen der Krankeaussagte, daß seine Gesundung in dem Maße zunahm, je mehr ersich auf seiner Wallfahrt Adlwang näherte. In sechs Mirakelbuchun-gen( 1679, 1681, 1682, 1686, 1718, 1722) wird zur besonderen Her-vorhebung der Wunderwirkung Adlwangs das Versagen der Arznei-mittel und Ärzte angegeben. Zwei davon seien deshalb erwähnt,weil in dem einen( 1718) ein Arzt seine Frau nicht heilen kann, undin dem anderen( 1722) die Ärzte selbst zu einer Adlwanger Wall-fahrt anraten. An natürlichen Medikamenten, deren Angabe für dieAufhellung der geschichtlichen Volksmedizin von Werte ist, werdennur zwei genannt, von denen letzteres seine Wirkung versagte. Essind dies Rosenwasser mit Quittenkernen gegen erblindete Augen( Steinbach a. d. Steyr 1681) und Menschenschmalz 48) gegen Glieder-lähmung( Krottendorf 1682).
Auch die Hervorkehrung der größeren Wunderkraft Adlwangsgegenüber anderen Wallfahrtsorten, die in fünf Buchungen erwähnt
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