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Die Wallfahrten nach Adlwang im Lichte der Mirakelbücher : (1620-1746) ; eine volkskundlich-kulturhistorische Studie
Entstehung
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In den Adlwanger Mirakelbüchern sind schließlich zwei vor-gefallene Begnadungen gebucht, die durch Auflegung von Devotio-nalien in der Wallfahrtskirche herbeigeführt worden sind. 1682wurde bei der Verzauberung ein Benediktuspfennig und 1744 beierkrankten Augen ein Marien- oder sogenannter Frauenbildler-groschen aufgelegt.

Wir betrachteten bisher an der Hand des Mirakelbuches jenewunderkräftigen Heilmittel, die sich in der Adlwanger Wallfahrts-kirche selbst befanden oder durch Berühren mit denselben die glei-chen Eigenschaften wie diese erlangt hatten. Neben diesen Heilig-tümern gab es jedoch in Adlwang, etwa 5 Gehminuten von derGnadenkirche entfernt, den sogenannten heiligen Brunnen oderFrauenbrunnen, dessen Legende bereits mitgeteilt und dem gleich-falls schon in der Barockperiode eine wundertätige Kraft zuge-sprochen wurde. Die überirdische Heilkraft seines Wassers wirdin acht Mirakelbucheintragungen gemeldet. Besonders gegen Fuß-oder Augenleiden scheint man es gebraucht zu haben, da sich unterdiesen 8 Begnadeten 4 Fuß- und 2 Augenleidende befanden. Zu denersteren zählten zwei aus der Pfarre Kematen a. d. Krems( 1682),die beim heiligen Brunnen 3 Pfennige opferten; ferner eine Arztens-frau aus Köppach( 1718), die ihr Mann nicht heilen konnte und durchWaschen ihrer Füße gesundete, und schließlich 1739 eine Frau ausWels, die sich dahin eigens das heilige Wasser holen ließ und dabeiausrief: ,, Maria zu Adlwang muß auch dabei sein!" Als Augenbründlbewährte sich dieser Frauenbrunnen bei je einem Blinden ausWimsbach( 1698) und aus Steyr( 1721). Die gleiche Quelle heilteauch 1700 eine mit einem Geschwür behaftete Person aus Grün-burg und eine an einem Leibschaden leidende aus Waxenberg( 1716).

10. Das Adlwanger Gnadenbild als Bannmittelgegen Verbrecher

Schon St. Beissel und nach ihm G. Schreiber 61) haben auf dasGnadenbildern zugeschriebene Festhalten von Dieben, die sie be-stehlen wollten, hingewiesen. Auch von der Adlwanger Madonnawird in den Mirakelbüchern eine Diebesbannung ohne nähereJahresangabe überliefert. Ein Dieb, der in dieser WallfahrtskircheVotive entwenden wollte, wurde von überirdischer Gewalt bis zurAnkunft des Mesners gebannt.

11. Votive

Unter den der Adlwanger Madonna gespendeten Weihegabenwaren, soweit man aus den Mirakelbüchern annähernd richtige

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