statistische Angaben schöpfen kann, die Opfertafeln am zahlreichstenvertreten. In der übersehbaren Periode von 1620-1745 waren es89 derartige namentlich angeführte Votive. Ihre Zahl war aber dochwesentlich größer, wie aus einem Vermerke im handschriftlich über-lieferten Mirakelbuche von 1746 unter der Rubrik ,, InnerlicheSeelenanliegen" hervorgehoben wird. Er lautet:„ Es waren vieleOpfertafeln vorhanden, die keine Legende enthalten und auch nichteigens im Mirakelbuche vermerkt wurden." Eine nähere Beschrei-bung dieser Votivtafeln wird in den Eintragungen nur in einigenFällen geboten. 1628 wurde eine große gemalte Tafel mit der Dar-stellung der Schlacht bei Prag( 1620) und der Belagerung von Neu-häusl( 1621) geopfert. Beachtlich ist auch, daß eine begnadete Per-son 1672 eine Tafel aus Papier geopfert hat, welche sie 1681 durcheine gemalte ersetzte. Die auf wunderbare Weise von ihrer Läh-mung Geheilte ließ sich auf dem Gemälde auf einer Tragbahresitzend abbilden. In einer Buchung von 1693 wird eine Opfertafelerwähnt, auf der ein Engel die Danksagung hielt. Mitunter wurdeauch gleichzeitig mit der Votivtafel ein den Unfall bezeugenderGegenstand geopfert, so ein verschluckter Nagel( 1679) oder eineKugel( 1711).
Verhältnismäßig selten werden in den zwei MirakelbüchernUnfall bezeugende Gegenstände als Votive vermerkt und auch ver-hältnismäßig spät scheint darin zuerst diese Opfergabenart auf( 1679). Es mag sein, daß dabei der Umstand ins Gewicht fiel, daßdie bäuerliche und bürgerliche Bevölkerung Oberösterreichs kleine-ren Unfällen weniger Beachtung als etwa die Bewohner Wiensgeschenkt haben. Aus unserer Bearbeitung des Mirakelbuches vonMaria- Hilf in Wien( 1689-1775) ist klar ersichtlich, daß die Wienerauch relativ spät( zuerst 1711) beim Mariahilfer Gnadenbilde Unfallbezeugende Gegenstände zu opfern begonnen haben, daß sie abervon diesem Zeitpunkte ab in den meisten Fällen, in denen sie derWunderkraft dieses Bildes ihre Errettung oder Bewahrung vorUnfällen zugeschrieben haben, die Unfall bezeugenden Gegenständeals Opfer darbrachten. Sind doch in den 814 Eintragungen in diesenMirakelbüchern in 224 Fällen derartige Opfergegenstände erwähnt.In den 576 gebuchten Begnadungen zu Adlwang hingegen findensich nur siebenmal mit Datum versehene Unfall bezeugende Gegen-stände geopfert, und in einigen wenigen Fällen wird außerdem darinsolcher Weihegaben mit Außerachtlassung der Zeitangabe gedacht.Als derartige Opfergaben liefen in Adlwang ein: 1 Nagel( 1679),1 Kugel( 1711), eine in Gold gefaßte Stecknadel( 1719), ein ge-schluckter Groschen( 1719), ein Blechstück( 1725), eine Schere( 1739) und eine in Silber gefaßte Bohne( 1741). An undatiertenwerden genannt: 1 Groschen, 1 Steinlein, 1 Pfeil von einem Palester,1 Bleikugel, 1 blutgefärbtes Eichenholz und mehrere in Silber gefaßte
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