mit. daß seit alter Zeit her einmal wöchentlich, und zwar an einemSamstage, in Adlwang eine Messe gelesen worden sei und daß indem Falle, als der Samstag auf einen Feiertag fiel, ein gesungenesAmt mit Predigt abgehalten worden sei. Wir wissen freilich nicht.ob Freyd darunter schon die vorreformatorische Zeit, oder ob ererst die Periode von 1620 herwärts bis zu seiner Zeit gemeint hat.Die von ihm hier angeführte Gottesdienstordnung hat jedenfallsseiner Angabe nach noch 1683 bestanden.
Nach Guppenberger wagten sich die Protestanten 1590an den Adlwanger Priester nur mit der Forderung heran, denGottesdienst an jedem Samstag, weil dieser als Marientag ange-sehen wurde, abzustellen. Nach der anonymen Schrift„ ,, Geschichtedes Wallfahrtsortes Adlwang" usw., Adlwang 1911, Seite 6, hättendie Adlwanger den Kremsmünsterer Abt Johannes III. Spindlergebeten, an jedem zweiten Sonntag in Adlwang statt in Pfarr-kirchen den Gottesdienst abzuhalten, was ihnen jedoch der Abtverweigert hätte. Eine nähere Zeitangabe wird jedoch darin nichtgemacht. Die Adlwanger Kirche war nämlich nach dieser Schrift( S. 4) urkundlich seit 1180 eine Filiale der Pfarrkirche Pfarrkirchen.Erst in den nächsten 6 Jahren nach 1590 scheinen die Protestantenschärfer gegen das katholische Kirchenwesen aufgetreten und 1596sollen sie sogar gegen das Adlwanger Gotteshaus gewalttätig vor-gegangen sein 7). Äußerst unklar drückte sich der Schreiber deshandschriftlichen Mirakelbuches von 1746 über die 1596 vor-gefallenen Ausschreitungen der Protestanten aus. Er bringt zunächstdie Behauptung der Zeitgenossen, nach der das steinerne Gnaden-bild von den Lutheranern in einen in der Kirche befindlichenAmeisenhaufen geworfen worden wäre. Die Annahme, daß diesesMadonnenbild von seinem Standorte damals mutwillig entferntwurde und dabei Schaden erlitten hat, dürfte auf Richtigkeit be-ruhen. Dagegen kann man sich nicht gut vorstellen, daß im Innerender Kirche, die bis zu diesem Sturmlaufen unversehrt gewesen zusein scheint, sich ein Ameisenhaufen befunden habe. Vielmehrwerden sich darin erst Ameisen nach diesem Verwüstungsakteallmählich eingefunden haben. Der Schreiber des handschriftlichenMirakelbuches von 1746 berichtet ferner, daß zu seiner Zeit dieMeinung verbreitet war, diese Statue stamme von der Hauskapelledes herrschaftlichen Schlosses Adlwang, das auf dem Platze ge-standen habe, auf dem sich jetzt der Bau der Gnadenkirche erhebe.Die Ketzer" hätten nach der Zerstörung des Schlosses diesesStandbild, das nach der Ansicht des Schreibers vor der Ver-unehrung sich bereits oft wundertätig erwiesen hätte, in einenAmeisenhaufen geworfen. Darf auch an die Möglichkeit, daß diesesMadonnenbild im XVI. Jahrhunderte in den Augen des Volkes alswunderkräftig gegolten habe, nicht gezweifelt werden, so ist doch
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