Druckschrift 
Vertriebene und Verbliebene erzählen : Tschechoslowakei 1937-1948 ; Ausstellung und Videoinstallation, 10.2. - 10.4.2016
Entstehung
[Wien] [2016]
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mit einer einstigen Heimat übereinstimmten.Es gibt aber auch wenige Vertriebene,die sich für eine dauerhafte Rückkehr

und Wiederansiedlung entschieden.

Das Erbe der Geschichte

ZETTWING.

Cetviny/ Zettwing, eines der ausgelöschten Dörfer desGrenzstreifens zu Österreich, nördlich von Freistadt inOberösterreich. Nur die Kirche wurde nicht abgerissen( Foto: Antikomplex, Prag).

Der historische Diskurs war in derTschechoslowakei lange von einem

kommunistischen Narrativ kontrolliert, dasdie Vertreibung und Aussiedlung der deutsch-sprachigen Bevölkerung als legitim undnotwendig rechtfertigte und ansonsten dasThema möglichst wenig berührt wissen woll-te. Vorstöße gegen diese Diskurskontrolle- in den späten 1970er Jahren etwa von JȧnMlynárik ,, Danubius oder durch die Gruppe,die unter dem Kollektivpseudonym Bohemusschrieb- waren bis 1989 relativ selten underreichten keine breite Öffentlichkeit. Seit1989 kann man sich zu dem Thema äußern,ohne Verfolgung fürchten zu müssen. FürPolitikerkarrieren kann es aber noch immerzum Fallstrick werden- wie in den letztentschechischen Präsidentschaftswahlen,als Äußerungen zur Aussiedlung demKandidaten Karel Schwarzenberg schadeten.Das Thema bleibt ein Erbe der tschechoslo-wakischen Geschichte, das starke Emotionenund ein Unbehagen zu wecken vermag.

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