Druckschrift 
Vertriebene und Verbliebene erzählen : Tschechoslowakei 1937-1948 ; Ausstellung und Videoinstallation, 10.2. - 10.4.2016
Entstehung
[Wien] [2016]
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Ankommen

Kudheka Robert, Kngovsky Stefanund Salwarts Stefan

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Barackenlager Küniglberg

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Saghy Franz. Cserko Stefan, Schwarz Stefan,Sathy Anne, Gomblo

Kirchtag" im Flüchtlingslager am Küniglberg( 1130Wien, Elisabethallee/ Wattmanngasse). Die Gemein-schaft der aus Bruck an der Donau Vertriebenensetzte die Gepflogenheiten der verlorenen Heimatim Wiener Flüchtlingslager, das hier neun Jahre langbestand, fort.( Foto: Robert Kudlicska)

Ankommen nach einer Flucht oderVertreibung bedeutet, nach einem tiefgehenden Verlust in einem neuen Umfeld.auf andere angewiesen zu sein: aufihre Bereitschaft, den Neuankömmlingaufzunehmen, ihm den Beginn eines neuenLebens zu ermöglichen und im besten FallVerständnis für sein Herkommen zu haben.

Die Härte der Vertreibung der deutschspra-chigen Bevölkerung nach 1945 bestand

wesentlich auch darin, dass sie in kriegszer-

störte Gebiete ausgesiedelt wurden, in denendie angestammten Bewohnerinnen umihr Überleben kämpfen mussten, währenddie ökonomische und landwirtschaftlicheGrundlage des Protektorat Böhmen undMähren vom Krieg nicht verwüstet war.

Ilias Michopulos erzählt im Interview, wie erals Kind mit seinen kleinen Geschwisterndem griechischen Bürgerkrieg entflohund sich in den Gebieten, aus denen die,, Deutschen" vertrieben worden waren,ansiedeln konnte. Er war einer von 12.000Griechen, die hier eine neue Heimat fanden.

Während Deutschland seine Kriegsschuldund damit auch die Verantwortung für die12 Millionen nach 1945 ausgesiedeltenDeutschen annahm, beriefen sich dieösterreichischen Politiker darauf, dassÖsterreich selbst das erste Opfer" dernationalsozialistischen Expansionspolitikgewesen sei und daher keine deutschen"Flüchtlinge aufzunehmen brauche. DiePolitiker versuchten die Vertriebenen nachDeutschland weiterzuschieben und verwehr-ten ihnen lange Zeit die Einbürgerung.

Spielte das für schulpflichtige Kinderexistenziell eine eher geringe Rolle,erschwerte es das Leben arbeitsuchenderErwachsener sehr. Wer keine Arbeit hatte,bekam keine Aufenthaltsbewilligung. Undwer keine Aufenthaltsbewilligung hatte, fandschwer Arbeit, zumal als Neuankömmling,der hier keine Beziehungen hatte.

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