Druckschrift 
Vertriebene und Verbliebene erzählen : Tschechoslowakei 1937-1948 ; Ausstellung und Videoinstallation, 10.2. - 10.4.2016
Entstehung
[Wien] [2016]
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Die Kulturlandschaftder Grenzgebiete

überwiegend Menschen angesiedelt, die mitdieser Region keine Beziehung und keineKenntnisse von geeigneten landwirtschaft-lichen Formen und Methoden hatten. Hinzukam, dass zugleich mit der Neubesiedlungdas Land auf eine kommunistische Kollek-tivwirtschaft umgestellt wurde. Entlang desEisernen Vorhangs wurde ein Niemandslandgeschaffen und wo die Bewohnerinnenausgesiedelt waren, konnten umso leichterganze Dörfer geschliffen werden.

Erstaunlicherweise wurden- imSchatten dieser traurigen Entwicklung- die ehemaligen Grenzstreifengebietezum Grünen Band", zum größtenBiotop- Verbundsystem der Welt.

Familienfotos aus der Umgebung von Breitenau/Široká Niva im Altvatergebirge/ Hrubý Jeseník( Fotos: Lothar Kness!).

An der Kulturlandschaft- als der vomMenschen geformten, gepflegten undbewirtschafteten Natur- sind der histo-rische Bruch und der Verlust, der mit derAussiedlung der Deutschen einherging,besonders deutlich zu sehen. Die, Deut-schen", die von der national- tschechischenPropaganda gerne als Kolonisatoren"bezeichnet wurden, hatten Jahrhunderte inden Grenzgebieten gelebt, Landwirtschaftbetrieben und eigene Bautraditionen entwi-ckelt. Alle diese Traditionen wurden radikaldurchschnitten durch den annähernd totalenBevölkerungsaustausch. In den böhmischenund mährischen Grenzgebieten wurden

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