Die Kulturlandschaftder Grenzgebiete
überwiegend Menschen angesiedelt, die mitdieser Region keine Beziehung und keineKenntnisse von geeigneten landwirtschaft-lichen Formen und Methoden hatten. Hinzukam, dass zugleich mit der Neubesiedlungdas Land auf eine kommunistische Kollek-tivwirtschaft umgestellt wurde. Entlang desEisernen Vorhangs wurde ein Niemandslandgeschaffen und wo die Bewohnerinnenausgesiedelt waren, konnten umso leichterganze Dörfer geschliffen werden.
Erstaunlicherweise wurden- imSchatten dieser traurigen Entwicklung- die ehemaligen Grenzstreifengebietezum„ Grünen Band", zum„ größtenBiotop- Verbundsystem der Welt“.
Familienfotos aus der Umgebung von Breitenau/Široká Niva im Altvatergebirge/ Hrubý Jeseník( Fotos: Lothar Kness!).
An der Kulturlandschaft- als der vomMenschen geformten, gepflegten undbewirtschafteten Natur- sind der histo-rische Bruch und der Verlust, der mit derAussiedlung der„ Deutschen“ einherging,besonders deutlich zu sehen. Die„, Deut-schen", die von der national- tschechischenPropaganda gerne als„ Kolonisatoren"bezeichnet wurden, hatten Jahrhunderte inden Grenzgebieten gelebt, Landwirtschaftbetrieben und eigene Bautraditionen entwi-ckelt. Alle diese Traditionen wurden radikaldurchschnitten durch den annähernd totalenBevölkerungsaustausch. In den böhmischenund mährischen Grenzgebieten wurden
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