Pöllandl, Obermitterdorf, Reuter). In Häusern, in denen außerdem ein offenerHerd oder schon ein Sparherd stand, wurde meistens noch im Winter im Ofengekocht. Über den offenen Herd werden sehr verschiedene Angaben gemacht.Manche meinen, er sei älter, manche, er sei jünger als das Kochen im Ofen. Si-cher jünger ist der Sparherd. In einzelnen Häusern hatte man bis zur Aussiedlungnur die Kochstelle im Ofen. Öfter war auch neben dem u. U. als ,, Herd" be-zeichneten vorspringenden Mäuerchen vor dem Ofenloch ein Kessel zum Kochendes Schweinefutters eingemauert. War ein offener Herd vorhanden, war überihm ein Kessel an einer Stange befestigt. Er wurde in manchen Häusern nur zumSpeckauslassen verwendet. Vor dem Ofenloch kochte man die Milch, manchteman die Einbrenn u. ä.; dazu zog man aus dem Ofen etwas Glut heraus. Selbst-verständlich wurde im Ofen Brot gebacken. Ich glaube nicht fehlzugehen, wennich meine, daß der Kochofen seit langem die eigentliche Koch- und Wärmequel-le des Gottscheer Hauses war. Der offene Herd scheint v. a. in größeren Häusernund Gasthäusern Eingang gefunden zu haben.
Der Boden war in der Küche bzw. im Küchenteil des Hauses aus Steinplatten,aber auch einfach gestampfte Erde kam vor. Im Vorraum selbst aber hatte manmeistens einen Holzboden. In den Stuben scheint ursprünglich auch der Bodengestampft worden zu sein.
Zum Hof gehörte eine Reihe von Wirtschaftsgebäuden. Der Stadel( štuadl, Stüdl)war ein Ständerbau, mit Brettern verschalt. Der Grundriß war annähernd quadra-tisch, zwei bis drei Tore gaben die Einfahrt frei. Die Tenne( de tenn) war in derRegel in der Mitte des Gebäudes aus Pfosten errichtet, u. zw. der Boden( drasch-pödn) und die Wände( auch ,, tsoine" genannt), oben war sie offen. Auf den vierSeiten( selten auf drei, wenn die Tenne an eine Außenwand anschloß), waren einWagenschuppen( bügnsüpfn), dann eventuell die ,, Läpschüpfn" und v. a.,, Haischüpfn". Wir sind aus der Steiermark und aus Kärnten, aber auch aus Tirolgewöhnt, daß der Getreidekasten ein abgeschlossener, meist etwas abseits vonden übrigen Gebäuden stehender Bau ist, um ihn bei Feuer außerhalb der Gefah-renzone zu haben. In Gottschee und seiner Umgebung ist dem nicht so. DerGottscheer ,, Khošte" war selten ein eigenes Gebäude, vielmehr in eines der an-deren großen, nämlich Wohnhaus, Scheune oder Stall, einbezogen. War er imWohnhaus, stand er meistens als eigene festgefügte Bohlenkonstruktion auf demDachboden. Wir erinnern uns daran, daß schon im 16. Jahrhundert die Gott-scheer Bürger verpflichtet wurden, denjenigen Bauern, die mit ihrem Speicher inder Stadt weichen mußten, einen solchen in ihrem Hause einzubauen! Wir dür-fen vermuten, daß diese Gepflogenheit dazu geführt hat, daß die Speicher auchin den Bauernhäusern ähnlich eingebaut wurden. Seltener war der Kasten imWohnhaus oder dem Stöckl in einer Ebene mit den Wohnräumen zusammen-
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