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Sonderausstellung Volkskunde der Gottscheer : die Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde aus der ehemaligen deutschen Sprachinsel Gottschee in Slowenien ; Katalog
Entstehung
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dem Walm ausgestattet und mit Brettern oder Schindeln, seltener mit Stroh, ge-deckt. Holz gab es genug. Schindelmachen war auch ein Teil der Hausindustrie,und zum Schindelmachen und Dielenhacken wurden die Gottscheer schon wäh-rend der Türkenzeit bei der Grenzrobot bis nach Ogulin und Senj verpflichtet. 10)Stroh hingegen war wohl nicht immer und nicht überall in genügender Mengevorhanden. Hauffen meint, daß Strohdächer häufiger seien; das trifft aber wohlnur für Gegenden mit mehr Ackerbau zu. Im ,, Bauernhauswerk" sind sechsHäuser aus verschiedenen Landesteilen erfaßt, sie wurden von J. R. Bünker aufge-nommen. Alle tragen ein Schindel- bzw. Bretterdach. Ich selbst habe Schindel-und Bretterdächer noch in allen Landesteilen gesehen, Strohdächer nur in derMosche. Mit der Einführung der Ziegeldächer kam es oft zur Aufgabe desWalms, so daß heute die meisten Häuser- soweit sie überhapt noch aus alterZeit stammen ein Satteldach haben. Giebelartige Ausbauten in der Mitte derLangseite fallen besonders im Suchener Hochtal auf, wo sie anscheinend schonlängere Zeit zur Vergrößerung des Wohnraumes beigetragen haben. Die Rück-wanderer aus Amerika haben ebenfalls zur Veränderung stark beigetragen. Manhat die neuen Häuser mit Oberstock gebaut oder wenigstens das Dach ausgebaut( Pöllandl, Koflern). Außer diesen neuen Wohnhäusern hatten v. a. Pfarrhöfeund Gasthäuser ein stattlicheres Aussehen. Die Stube war in älterer Zeit fast im-mer als Blockbau errichtet, nicht selten wurden aber die Holzteile des Wohnhau-ses mit Lehm verschmiert und getüncht, so daß das Haus als Steinhaus erschien.Die Haustür ist in der Mitte der Traufseite angebracht. Sie bestand aus einem ge-teilten oder ganzen Holzflügel, der bogenförmige Türsturz und die Türpfostenwaren mitunter aus Sandstein. Im Türsturz waren Jahreszahl, Name des Besitzers,Christusmonogramm oder Kruzifix eingehauen. Zur Haustür führten einige Stu-fen. Durch die Haustür kam man in den Kochraum, oder, wenn dieser schon ge-teilt war, in den Vorraum, von dem man wieder geradeaus in die Küche kam.Dieser ursprüngliche Kochraum heißt ,, Haus". Er gibt sich als Kernraum desganzen Hauses zu erkennen.

Die Grundrisse haben keinen Einfluß darauf, ob das Wohnhaus auf einem ebe-nen Platz stand und man den Stall in einem eigenen Gebäude untergebracht hat-te, oder ob es sich um das v. a. im Bergland weitverbreitete ,, Überstallhaus" han-delt. Beim zuletzt genannten ist der Keller und der anschließende Stall( höf) vonder Unterseite begehbar, der darüber liegende Wohnteil aber von der Bergseite.Allgemein wurde erzählt, daß man im Ofen gekocht habe( Koflern, Altlag, Lan-genton, Oberwarmberg, Grintowitz, Nesseltal, Graflinden, Rieg, Mittergras,

10) Georg Widmer, Urkundliche Beiträge zur Geschichte des Gottscheerländchens( 1406-1627)( Wien, 1931), S. 97 und 99.

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