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Sonderausstellung Volkskunde der Gottscheer : die Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde aus der ehemaligen deutschen Sprachinsel Gottschee in Slowenien ; Katalog
Entstehung
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ne möglichst vollständige Erfassung alles Gedruckten über Gottschee, auch vonkleinsten Notizen, die zu einem Bild von der Gottscheer Volkskultur beitragenkönnten. Die von mir erfaßten Arbeiten liegen als Bibliographie vor. Sie soll inerweiterter Form in absehbarer Zeit neu erscheinen. 8) Es zeigen sich aber darinnoch immer beträchtliche Lücken in der bisherigen Forschung. Sehr wenig wissenwir über den Volkstanz und die Volkmusik der Gottscheer. Vollkommen brachaber liegt für Gottschee das Thema Volksschauspiel. Dazu rechnen wir nicht nurausgesprochene Theaterstücke, sondern auch sogenannte Spielbräuche, mit spiel-mäßigen Texten. Auf dem Gebiet der rechtlichen Volkskunde ist soviel wie nichtsgetan; um die Volksmedizin ist es nicht viel besser bestellt, obwohl einige wichti-ge Aufzeichnungen vorhanden sind. Wir können sie in den weiten Bereich desVolkswissens einschließen, mit dem die Volksbotanik und die Volkszoologie engverknüpft sind. Zum Erwachsenen- und Kinderspiel liegen nur zwei ältere Publi-kationen vor, sowie kleinere Notizen in der Gottscheer Zeitung. Schließlich wäreauf dem Gebiet der volkstümlichen Nahrung noch manche Nachricht wünschens-

wert.

Am schlechtesten aber steht es um die Sachgüter der Gottscheer. Viele Problemevon Siedlung und Flur, Haus und Hof warten der Lösung. Über das Arbeitsgerät,über das bäuerliche Mobiliar wissen wir zu wenig. Eine gründliche Erforschungdieses Bereiches der Volkskunde ist zwar mühsame Kleinarbeit, aber wie die bis-herigen Befragungsergebnisse, Aufzeichnungen und Sammlungsobjekte zeigen,lohnend genug, Zeit und Mühe daran zu wenden. Es hat sich darin, wie auch inEinzelheiten des Hausbaues, das Bild einer mittelalterlichen Bauernkultur erhal-ten, ja ein Stück europäisches Mittelalter. Die Parallelen führen nach allen Rich-tungen.

Eine ähnliche, vielleicht noch interessantere Lage finden wir in der Tracht, überdie ich einige, wie ich glaube, grundlegende Arbeiten veröffentlichen konnte.Ein letzter Überblick aber fehlt auch hier. Vor allem wäre die Männertracht nocheiner genaueren Erforschung wert. Nach dem, was wir wissen, nach den wenigenerhaltenen Stücken gibt auch sie noch Probleme auf.

Der Gottscheer Volkskunde fehlt bis jetzt, von geringen Ausmahmen abgese-hen, auch eine archivalische Vertiefung; ob sie heute noch nachzuholen ist, istnicht gewiß. Sicher aber würden sich wenigstens einige Unterlagen in Laibach fin-den lassen, die uns eine historische Einsicht gewähren könnten. Die Verwirkli-chung solcher Vorhaben aber erfordert Zeit und Geld.

8) Maria Kundegraber, Bibliographie zur Gottscheer Volkskunde. In: Jahrbuch für ostdeutscheVolkskunde VII, 1962/63, S. 233-272.

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