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Sonderausstellung Volkskunde der Gottscheer : die Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde aus der ehemaligen deutschen Sprachinsel Gottschee in Slowenien ; Katalog
Entstehung
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Die Mundart der Gottscheer ist als weiteres Kriterium für Herkunft und Sied-lungszeit herangezogen worden. Die einschlägigen Forschungen haben gleichfallsfür die Zeit der Besiedlung ,, um1330" gesprochen, da im Gottscheerischen sichAltertümlichkeiten erhalten haben, die bei einer späteren Auswanderung derSiedler aus ihrer Urheimat in Oberkärnten und Osttirol nicht mehr vorhandengewesen wären. 4)

Die Mundart der Gottscheer Täler war nicht einheitlich, Unterschiede in der Lau-tung fielen vor allem im östlichen und im westlichen Tale auf, in der Moschnitzeund in der Suchen. Desgleichen ergaben sich im Wortschatz v. a. durch die Auf-nahme von Lehnwörtern aus der anderssprachigen Nachbarschaft, also aus demSlowenischen, Verschiedenheiten, die aber doch allgemein verstanden wurden.Der Einfluß der Schriftsprache durch die Schule wirkte sich auf die bäuerlicheSprache kaum aus, wohl aber auf die Sprache der Gebildeten, die ihren Wort-schatz durch lautliche Übersetzungen schriftsprachlicher Ausdrücke bereicherten.Wenig Einfluß auf die Mundart scheint ein wesentlicher Wirtschaftszweig derGottscheer gehabt zu haben, der Hausierhandel. In der kargen Karstgegend desGottscheerlandes konnte die sich ständig vermehrende bäuerliche Bevölkerungbald nicht mehr das Auslangen finden, besonders seit durch die häufigen Türken-einfälle, die Not noch vergrößert wurde. Kaiser Friedrich III.( als HabsburgerFriedrich V.), verlieh 1492 den Gottscheern das Privilegium zum Hausierhandelmit selbsterzeugten Waren. Dieser Beschäftigung oblagen die jüngeren Gott-scheer Männer neben der Landwirtschaft, allerdings in abnehmender Zahl, biszum Zweiten Weltkrieg. Bei den selbsterzeugten Waren handelte es sich umHolzwaren und Leinwand, die vorerst an die Adria in den Raum von Fiume( Rije-ka, zu deutsch: St. Veit am Pflaumb) und Bukara( Bakar) verhandelt wurden. AlsRückfracht brachten die Säumer Meersalz und wohl bald auch Südfrüchte: Fei-gen Datteln, Bockshörndeln, also Ware, die nicht leicht verdirbt, erst spät als dieVerkehrsverbindungen günstiger wurden, kam auch der Handel mit Orangenauf. Die Zielrichtung des Hausierens hatte sich mittlerweile in nördliche Rich-tung und nach Nordosten verlagert: Wien, Prag, Budapest und andere Städte derMonarchie waren beliebte Ziele. Zahlreiche Erneuerungsurkunden und Verord-nungen regelten das Recht der Hausierer. Die letzte Phase, noch in der Erinne-rung älterer Leute, war das von den Gottscheern in Gaststätten angeboteneGlücksspiel ,,,, Grad oder ungrad" oder ,, Hoch oder nieder", bei dem aus einemBeutel gegen Erlag eines kleinen Betrages Nummern gezogen wurden. Es konn-ten in der Regel in Schachteln verpackte Süßigkeiten, vor allem Zuckerln gewon-nen werden.

4) Man vergleiche: Hans Tschinkel, Grammatik der Gottscheer Mundart.( Halle an der Saale, 1908).

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