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Herd- und Küchengerät : aus der Metallsammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde ; Katalog
Entstehung
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Einleitung

Dem Reiz der züngelnden Flammen eines offenen Kamines kann mansich auch heute im Zeitalter des Mikrowellenherdes nur schwer entzie-hen, Lagerfeuer im Freien gehören zum geselligen Beisammenseinund das Barbecue, das Picknick im Garten, bei dem ganze Tiere oderFleischstücke im Freien auf dem Rost gebraten werden, wird immerbeliebter und dem Braten im Herd vorgezogen.

Bereits um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bedauerte L. F. Jungius,Mundkoch Seiner Majestät des Königs von Preußen und Verfassereines Kochbuches," daß in vielen bürgerlichen Küchen die räumlichenVoraussetzungen fehlten, um einen Braten so zuzubereiten, wie es ihmeigentlich gebührt, nämlich am Spieß, am oder über dem offenenFeuer". Um diese Zeit war der offene Feuerherd aus vielen Küchenbereits verschwunden und man mußte sich damit begnügen, denBraten in der Röhre zu garen.

Dennoch war die allmähliche Entwicklung von der offenen Feuerstättezum geschlossenen Kochherd eine technische Errungenschaft, denndas Kochen am offenen Feuer war mit erheblichen Nachteilen, mit un-angenehmer Hitze, hohem Brennstoffverbrauch und starker Rauch-und Rußbelästigung verbunden. Peter Rosegger vermittelt uns einungefähres Bild einer Rauchküche und Rauchstube:" So treten wir nunhinaus in die Küche. Es ist gerathen, die Thür möglichst rasch zuschließen, denn sonst schlägt, wenn auf dem Herde das Feuer brennt,der Rauch in die Stube. Der Feuerherd sieht mitunter aus, wie er vortausend Jahren ausgesehen haben mag: ein etwas geebneter, miteinem Holzreif umspannter Steinhaufen, auf welchen ein StößchenHolz gelegt und angezündet wird. Um dieses Feuer werden nun dieHäfen und Töpfe gestellt, auf daß die Speisen kochen.... Über demHerde hängt der Rauchmantel, der' Feuerhut', ein aus Stroh gefloch-tener und dicht mit Lehm überzogener Verschlag, der den Rauch in sichsammelt und ihn durch ein Fensterlein über der Thür dem in der Laubenaufsteigenden Rauchfange zuleitet... Die Wände der Küche sind stetsruẞig, schwarz und die kleinen Fensterscheiben meist rauchig ange-laufen... In den entlegeneren Gegenden, aber auch in den Hügeln dermittleren Steiermark, findet man noch viele alte Häuser, in welchenKüche und Gesindestube ein einziger Raum sind; das sind die soge-

1 Anmemarie Wilz: Das unbedingt Notwendige und das Wünschenswerte. Küchenin-ventar von 1850 1890. In: Beruf der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau. Henriette Davidis und BürgerlichesFrauenverständnis im 19. Jahrhundert. Oberhausen 1988, S. 131.

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