F. Kaffeeröster und Kaffeemühlen
Das Genuẞmittel Kaffee breitete sich nach den Türkenkriegen raschüber Mitteleuropa aus. Wien galt bereits im 18. Jahrhundert als dieStadt der Kaffeehäuser. In der bäuerlichen Bevölkerung kam das Kaf-feetrinken erst später nach und nach in Mode:" Da der Kaffee mit un-gewohnten Geldauslagen verbunden war, so war man mit seinerallgemeinen Einführung lange nicht einverstanden und die Kaffeemüh-le nannte man deshalb auch die' Bankroutmühle', ja man sagte solchenHäusern, in denen er öfter schon gekocht wurde, nach:' Wu Kaffejgekucht ward, dort verfrass'n se de Heiser.' Deshalb kam die Kaffee-mühle damals nur sehr selten vor, und wenn doch einmal Kaffeegekocht wurde, so zerstampfte und zerrieb man die Bohnen entwederin dem Mörser oder im Mohnreibetopfe... Um den Kaffee billiger her-stellen zu können, benützte man auch nicht selten' geriste Garschte',geriste' Ejcheln', that viel' Cikori'hinein." 1
Der Kaffee der Bauern und einfachen Leute hatte nur wenig mit demtürkischen Bohnenkaffee gemein. Anstelle der teuren Kaffeebohnenwurden alle möglichen Getreidesorten, Kerne, Samen, Wurzeln undFrüchte verarbeitet. Das Rösten und Mahlen erfolgte im eigenenHaushalt. Als Röster benützte man eiserne Stielpfannen, die man überder offenen Flamme schüttelte, später Trommeln, Kugelkaffeebrennerund Pfannen mit Kurbel und Drehapparat zum Einsetzen in den Kü-chenherd. Die gerösteten" Bohnen" wurden in Mörsern zerstampftoder in Kaffeemühlen unterschiedlichster Ausführung gemahlen.
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Kaffeepfanne zum Rösten, Eisenblech. Rechteckiger Behälter mitSchubdeckel, langer angenieteter Stiel mit Führung für den Deckel. Ösezum Aufhängen. Spenglerarbeit.
St. Leonhard bei Villach
16 x 19 cm Grifflänge= 50 cm
Inv.-Nr. 3.047
Kaffeebrennmaschine, Blech und Holz. Quaderförmiger Blechbehäl-ter mit Lade und tonnenförmigem Deckel; auf Holzplatte befestigt. Ein-hängbare Trommel mit Schiebetür und Kurbel.23 x 15 cm
Inv.-Nr. 12.004
Kaffeeröstmaschine, Eisenblech. Zwei Kugeln mit langstieligen Grif-fen. Eine gitterartig durchbrochene Kugel rotiert in einer vollen Blechku-gel.
d= 20,5( 18,5) cm Grifflänge 47( 37) cm
Inv.-Nr. 52.646
' Joh. Haudeck: Bauernkost im Elbthale bei Leitmeritz. In: Zeitschrift für österreichi-sche Volkskunde. IV. Jg. Wien und Prag 1898, S. 133 f.
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