Rande des Bassins dem Blick der Neugierigen entzogen. Der begleitende Mönchjedoch bemüht sich, namentlich wenn Fremde kommen, jedesmal mit Erfolg,sie hervorzutreiben. Kein Wunder! Denn an sie knüpft sich ja die Entstehungder Wallfahrt. Während des Türkensturmes auf die Stadt, am 29. Mai 1453,war der Legende nach ein Mönch des Klosters gerade damit beschäftigt, Fischezu braten, als man ihm die schreckliche Nachricht überbrachte. Er antwortetedem Boten:„ Lieber glaube ich, daß die geschmorten Fische hier wieder le-bendig werden und aus der Pfanne springen 81)." Nach diesen Worten spran-gen sie wirklich aus der Pfanne heraus und schwammen lebendig im Wasserherum. Sogar die natürliche Gestalt der Fische wird mit jenem wunderbarenEreignis in Beziehung gebracht; sie seien auf der einen Seite hellrot, auf deranderen Seite dunkel-nur deshalb, weil sie ja bereits halb gebraten waren 82).( Der Name„ Balukli" erklärt sich aus dem türkischen Wort balik Fisch.)
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Seit dieser Zeit werden im Becken der auf solche Weise geheiligtenQuelle beständig sieben Goldfische gehalten. Die wunderbare Ikone selbst hängtim Katholikon. Es handelt sich um eine Darstellung der Zoodochos Pigi inVerbindung mit jener Legende. Auf dem Bildhintergrund erblickt man dieStadtmauer von Byzanz. Im Brunnenbecken unter der Muttergottes schwim-men die sieben Fischlein. Die große Verehrung, die dieses Bild bis auf denheutigen Tag findet, wird durch die Existenz zahlreicher Kopien bestätigt,die man nicht nur in Byzanz, sondern auch in Griechenland antreffen kann.Das ganze Jahr hindurch finden sich vereinzelte Wallfahrer in Balukli ein,als Hauptwallfahrstage jedoch gelten der Freitag und Sonntag nach Ostern.Hinter dem Katholikon liegt ein kleiner Friedhof, in welchem verschiedenePatriarchen bestattet sind. Hier findet man auch das Grab des PatriarchenGregorius V., welcher am Ostersonntag des Jahres 1821 an der Eingangspfortezum Garten seines Palastes vom Pöbel aufgehängt worden ist, da man ihnfälschlich der Teilnahme an der griechischen Aufstandsbewegung beschuldigthatte. Das Ereignis fand am 20. April 1821 statt, und seit jener Zeit wird diegroße Mittelpforte, die in den Hof führt, der sich zwischen Kirche und Palasterstreckt, nicht mehr benützt.
Die oben geschilderte Legende hat jedoch den Ruf der Kirche als Wall-fahrtsort nicht erst neu begründet, sondern gewissermaßen nur verstärkt. DasHeiligtum ist viel älter. Über den Ursprung des Quellenkults an jenem Platzeschreibt Russack, alte Berichte ausschöpfend, das Folgende:„ Kaiser Leo, derdamals noch einfacher Soldat der in Thrazien stationierten Truppen war, be-gab sich eines Tages von Byzanz zu seinem Quartier. Vor dem Tore vonSilivri begegnete er auf der Straße einem blinden Bettler, der ihn um einenTrunk Wasser bat; der mitleidige Leo nahm ihn bei der Hand undmachte sich mit dem Blinden auf die Suche nach Wasser, aber er fand nir-gends einen Brunnen. Plötzlich ließ sich vom Himmel eine Stimme vernehmen,die ihn auf ein nahegelegenes Gebüsch zu gehen hieß:, Dort wirst du Wasserfinden, der Quell ist heilkräftig, netze dem Kranken damit die Augen. Ich
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