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Peregrinatio neohellenika : Wallfahrtswanderungen im heutigen Griechenland und in Unteritalien
Entstehung
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andere geschichtlich wichtige Wallfahrtsorte, in deren Bräuchen und Legendensich die Rivalität der Konfessionen wiederspiegelt. Argostoli, die Haupt-stadt der Insel, besitzt auch heute noch eine römisch- katholische Nikolaus-kirche, in welcher ein wunderbares Bild der Panagia verehrt wird, dessen Le-gende Loukatos 52) behandelt. Das Auffällige daran ist, daß es sich bei ihmum eine orthodoxe Ikone und nicht um ein römisch- katholisches Bildnis han-delt. Der Überlieferung nach wurde es wunderbarerweise, auf dem Wasserschwimmend, bei Prevesa von einem katholischen Schiff unter dem KapitänPangalis gefunden. Ein orthodoxes Schiff, das früher vorbeigekommen war,habe das Bild gleichfalls bemerkt, es aber nicht aufgenommen. Trotzdembrachten es die katholischen Schiffer in eine orthodoxe Christuskirche. DasBild aber wanderte nachts wieder von selbst zu der katholischen Kirche zu-rück, weil es von den Orthodoxen mißachtet worden war. Man wollte dasBild gewaltsam zurückholen, doch wiederholte sich der Vorgang dreimal hin-tereinander während dreier Nächte, weswegen man das Bild an seinem Platzbelieẞ. Als die Orthodoxen das ihrer Meinung nach gestohlene Bild zum zwei-ten Male zurückgeholt hatten, stellte man während der drei Nächte Wächterauf, welche beobachteten, wie plötzlich ein Licht von einer Kirche zur anderenflog und hinter einem kleinen Fenster der katholischen Kirche verschwand.Am nächsten Morgen fand man die Ikone abermals in der katholischen Kirche.Neben der Kirche befindet sich noch heute ein ehemaliges Franziskanerkloster,das zur Zeit der Gründung Argostolis erbaut worden war. Argostoli wurdeum 1757 an Stelle von Kastro zur neuen Hauptstadt der Insel erhoben. Diegenannte Kirche ist klein und ärmlich, die sehr altertümlich aussehende Ikoneist stark nachgedunkelt und hängt am linken Nebenaltar. Sie ist zur Hälftemit Silber beschlagen, nur die Köpfe von Mutter und Kind sind frei. Beidehaben große Augen, die Muttergottes sprechende Gesichtszüge und üppig ge-schwellte rote Lippen. Die konfessionellen Streitigkeiten, deren Niederschlagdiese Legende bildete, wurden in der Weise beigelegt, daß die Orthodoxendas Recht erhielten, zum Feste der Panagia, am 8. September, während dreierNächte von 8 bis 10 Uhr abends die katholische Kirche betreten und dortihren Gottesdienst abhalten zu dürfen, um auch ihrerseits dem Bilde ihreVerehrung erweisen zu können. Erst 1938 hat der neue griechische Erzbischofvon Kephalonia diesen Brauch verboten. 1940, bei Ausbruch des griechisch-italienischen Krieges, ließ er das Bild gewaltsam aus der katholischen Kircheholen und brachte es nach St. Spiridion. Bei der Besetzung gaben es dieItaliener wiederum den Katholiken zurück, in deren Kirche es sich seitherbefindet. Die Griechen jedoch haben seine Verehrung nicht mehr aufgenommen.

Ein anderer Wallfahrtsbrauch, an dessen Entstehung sowohl geschicht-liche Hintergründe als auch legendäre Überlieferungen beide unlöslich in-einander verschlungen mitgearbeitet haben, haftet an den Ikonen vonSissia. Zur Zeit der katholischen Frankenherrschaft soll der heilige Fran-ziskus auf einer seiner Orientreisen Glossar ::: zum Glossareintrag  Orientreisen auch Kephalonia besucht, das Kloster in

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