Des Zusammenhanges wegen beschreiben wir im folgenden noch einigeweitere Wallfahrten auf den Ionischen Inseln. In der Stadt Zakynthos gibtes außer jener zum heiligen Dionysios noch zwei andere Wallfahrten. In derKirche der Panagia Phaneromeni, wo sich ein stark gebräuntes Gnadenbildder Muttergottes mit dem Jesuskind befindet, sahen wir einige fabrik-mäßig hergestellte Tammata, daneben aber einige handwerksmäßige Er-zeugnisse, wie menschliche Eingeweide und verschiedene Haustiere. Vier sil-berne Ampeln hängen von der Decke mit einem massiven und drei silbernenProfilschiffen daran.
Auf einer Anhöhe über der Stadt erhebt sich in prächtiger, aussichts-reicher Lage eine Wallfahrtskirche mit einem Bildnis zur„ Zoodochos Pigi",cinem überall in Griechenland sehr beliebten Kultbilde( vgl. bei Athen, S. 139).Dieses Bild soll schon seit dem 14. Jahrhundert hier verehrt worden sein. Aufseiner Rückseite ist eine Landschaft abgebildet, in welcher ein Mann mit betenderhobenen Händen kniet. Er trägt Schoßrock und Kniehosen mit weißenStrümpfen; über ihm schweben zwei Engel, welche ein Spruchband in Hän-den halten, darunter steht ein Text, in welchem geschildert wird, wie dieStadt Zakynthos im Jahre 1791, am 23. Oktober, durch eine Meeresflut ingroße Not geraten war und nach Anrufung der Panagia gerettet worden sei.Der Papas erzählte uns noch eine weitere Geschichte, nach der vor etwa150 Jahren ein Engländer vor das Bild gekommen war, um für seine krankeFrau zu bitten. Als diese geheilt wurde, stiftete er den goldenen Beschlag, derheute noch zu sehen ist; die Frau aber habe sich damals die Haare abge-schnitten und diese geopfert. Noch von einer anderen Legende wußte er zuberichten. Nach dieser wäre das Bild vor 400 Jahren von türkischen Fischerngefunden worden. An der Seitenwand der Kirche hingen zahlreiche silberneEx- Votos und auf einer steinernen Stufe vor dem Altar lagen auch wächserneVotivgaben in ziemlicher Menge aufgestapelt übereinander. Ihre Arten warenuns bereits von den Wachsziehereien her geläufig mit Ausnahme einer hand-geformten menschlichen Figur. Zwei silberne Profil- Schiffe hingen unter zweigestifteten Ampeln. Zwei auffallend große, nahezu 2 m hohe Wachskerzenstanden zu beiden Seiten des Altares. Sie sind laut Inschrift im April 1950von einer gewissen Antonia Konstantakopulos geopfert worden.
In Machairado, etwa 15 km westlich von Zakynthos, wird eineheilige Mavra verehrt, welche an Beliebtheit beim Volke dem heiligen Dio-nysios Melita nahezu gleichkommt. Die Ikone, welche sie darstellt, ist vonerheblicher Größe und reichlich mit Schmuck behangen: Ringe, Ketten, Uhrenund einige goldene Votiv- Figuren sind darunter. Das Bild ist in der üblichenWeise mit Gold und Silber belegt, nur der Kopf bleibt frei. Eine Opferbüchsefiel uns wegen ihrer schönen Silber- Treibarbeit auf. Diese sowohl wie eingroßes silberbeschlagenes Legendenbild, erstere aus 1817, letzteres aus 1897stammend und von der Königin Olga gestiftet, stellen fünf verschiedene Szenenaus der Legende des heiligen Timotheos und der heiligen Mavra dar: Mavra
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