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Peregrinatio neohellenika : Wallfahrtswanderungen im heutigen Griechenland und in Unteritalien
Entstehung
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Kraft seiner Reliquien, und der Glaube, daß er denjenigen, die um seine Hilfebitten, im Traume erscheinen könne und Weisungen erteile, ist bis in dieGegenwart lebendig geblieben.

Der Leichnam des Heiligen ruht in einem großen, silbernen Prunk- Sarko-phag in der rechten Seitenkapelle. Nur dreimal im Jahre, nämlich zu Ostern undan den beiden oben genannten Terminen im August und Dezember, wird derSarg geöffnet, was mit großen Feierlichkeiten und starkem Zustrom der Leuteverbunden ist. Doch kommen auch das ganze Jahr über Kranke und betenvor dem verschlossenen Schrein. In diesem Falle wird das Schlüsselloch desSarges geküẞt, um des ausströmenden Pneumas teilhaftig zu werden. DerSarkophagdeckel( Treibarbeit in Silber) ist mit einer lebensgroßen Darstellungdes Heiligen, der ein Buch in Händen hält, verziert; Füße und Hände desHeiligen sowie das Buch werden bei dieser Gelegenheit ebenfalls geküẞt. Dieinfolge dieses Tuns abgescheuerten Stellen sind auf der Abbildung zu erken-nen. Auch während unseres Besuches in der Kirche erschien eine Mutter mitihrem kranken Sohn vor dem Sarge des Heiligen. Hinter dem Hochaltar wirdeine Reliquie von ihm, nämlich seine Hand, in einem silbernen Kästchen ver-wahrt. Bittet ein Kranker um besonderen Segen außer der gewohnten Fest-zeit, so benützt man diese Handreliquie. Auch werden an die Wallfahrer vonden Mönchen bestimmte Phylachta( Schutzmittel) ausgeteilt; es gibt deren drei:Wollfäden, die am Sarge des Heiligen abgemessen werden und dessen Längewiedergeben, Schnipsel von seinen Samtpantoffeln und Kleidern, die jedes Jahrerneuert werden, und kleine, silberne oder zinnerne Nachbildungen des Sarg-schlüssels.

Die Wollfäden werden nur auf Verlangen vom Priester abgegeben unddann jedesmal neu am Sarge abgemessen. Die Pantoffelreliquien werden am17. Dezember hergestellt; denn an seinem Todestag wird der Leichnam desHeiligen alljährlich mit neuen Schuhen bekleidet, bei welcher Gelegenheit diealten in kleine Stückchen zerschnitten und den Pilgern ebenfalls nur auf Ver-langen ausgehändigt werden. Die Sargschlüssel sind, wie die Abbildungen zei-gen, verschieden groß; die zinnernen stellen sehr einfache Massenfabrikate dar,sind zirka 33 cm lang, während die silbernen für die Vornehmeren unter denWallfahrern von den Silberarbeitern in der Stadt eigens angefertigt werden.Außerdem gibt es Nachbildungen des geöffneten Sarkophages aus Messing.Sie sind zirka 15 cm hoch und ersetzen den Leichnam durch eine Photo-graphie desselben hinter Glas. Auch diese Kopien erfreuen sich beim Volkgroßer Beliebtheit. Nur allzu gern hätten wir den offenen Sarg in naturagesehen und aus diesem Grunde wandten wir uns an den Priester, der geradeden kranken Knaben mit der Handreliquie gesegnet hatte, und baten ihn umRat. Er verwies uns an den Igoumenos des gegenüberliegenden Klosters unddieser, ein würdiger Priester mit weißem Bart, bestellte uns für nachmittags5 Uhr nochmals zu sich und versprach uns, zu dieser Stunde den Sarg zuöffnen. Wir hatten ihm erzählt, daß wir von weither eigens nach Zakynthos

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