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Peregrinatio neohellenika : Wallfahrtswanderungen im heutigen Griechenland und in Unteritalien
Entstehung
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an Bäume angebunden. Zunächst wühlten wir uns durch die Menge zu derkleinen Kapelle. Hier fand gerade die Liturgie statt, die wie immer von Pres-byter und Diakon abgehalten wurde. Die Kapelle war jedoch so klein, daßkaum mehr als dreißig Personen darin Platz fanden; aber als man unserblickte, wurden wir sofort durch die Menge hindurch bis unmittelbaran den Altar geschoben. Wir konnten dem Gottesdienst nun von nächsterNähe aus folgen und den liturgischen Gesängen, welche von einem Männerchorgesungen wurden, gut zuhören. Hier wie überall bei den ländlichen Panigirisblieb jedoch kaum jemand länger als 10 bis 15 Minuten in der Kirche; es warein beständiges Fluktuieren und bald mischten auch wir uns wieder unter dasfröhliche Volk. Wir erfuhren, daß sich zur jährlichen Panigiri die Bewohnervon zwei Dörfern, Daphni und Potamia, in deren ungefähren Mitte dieKapelle liegt, einzufinden pflegen. Die Kapelle ist der Muttergottes geweiht undsteht das übrige Jahr vollkommen vereinsamt da. Auf dem ebenen Rasenplatzhinter der Kirche hatte man eine improvisierte Weinschenke errichtet; auchBrot, Süßigkeiten und Obst wurden verkauft. Schnell hatte sich eine Gruppevon Neugierigen um uns gebildet. Ein englisch sprechender Grieche in Uni-form hatte uns erblickt und ein Gespräch eröffnet. Im Nu waren einige Stühleherbeigeschafft und wir saßen inmitten eines fröhlichen Kreises. Der Wein-schenk brachte eine Runde nach der anderen, sammelte nachher von den Teil-nehmern der Tischgesellschaft das Geld ab, ohne nun genau zu berechnen,ob das viel oder wenig sei. Man ist in der gegenseitigen Gastfreundschaft groß-zügig und keiner rechnet in der allgemeinen Heiterkeit genau nach. Natürlichfehlte auch hier die Musik nicht; man würde nachmittags mit dem Tanz be-ginnen, wie uns gesagt wurde.

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