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Die Kuenringer in Sage und Legende
Entstehung
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seiner Knechte hin sehr schnell das Schiff, betrachtete überaus erfreutdie grünen und scharlachroten Tuche verschiedener Farbe und befahlseinen Knechten, das Schiff von allen Gütern zu entladen. Als dies zumTeil geschehen war, stießen die Seeleute das Schiff vom Ufer ab undführten Hadmar von Kuenring als Gefangenen mit sich nach Wien. DieBewaffneten kamen aus dem Versteck des Schiffes sehr schnell hervorund verteidigten es mannhaft bis nach Wien mit Armbrüsten und Spee-ren. Herzog Friedrich aber führte ein Heer gegen Aggstein und Dürnsteinund umgab die beiden genannten Burgen mit Steinwurfgeschützen undzerstörte völlig die Aggstein und den stärksten Turm in Dürnstein, wieheute noch zu sehen ist. So schützten die Hunde von Kuenring ihre Re-sidenzen oder Burgen nicht gut, sondern verloren sie damals durch daserwähnte Unglück. Hadmar gab Geiseln und schwor Herzog FriedrichUrfehde, worauf er selbst frei abziehen durfte und sich nach Hause be-gab. Aber auf Grund dieses Trübsals erfuhr er ein wenig Reue undschickte sich an, wegen der Aufhebung seiner Exkommunikation nachPassau zu gehen. Es heißt nämlich, daß der Bischof von Passau beideBrüder von Kuenring exkommuniziert hatte, weil sie nicht nur Klöster,sondern auch die Besitzungen der Passauer Kirche besetzt hatten. Unddeswegen entschloß sich Hadmar, nach Passau um der Absolution wegenzu gehen; aber der Tod ereilte ihn vorzeitig unterwegs.

( Übersetzung: Herwig Wolfram)

Nr. 40

... Ein Kaufmann aus Wien, dem Hadmar's Freibeuterei schon vielenSchaden zugefügt, begab sich verkleidet nach Regensburg, wo er mitherzoglichem Gelde ein großes Schiff ausrüstete, dessen doppelter Bodenbequem dreißig Bewaffnete bergen konnte. Das Fahrzeug wurde nebst-dem mit ausgesuchten Handelsgütern, besonders mit feinen Tüchern be-laden, und schwamm so den gewaltigen Strom hinab. Hadmar saß, imBewußtseyn der Sicherheit, auf seinem Adlerhorste Aggstein, als man ihmdie Nachricht brachte, es lasse sich von ferne ein stattliches Schiff sehen.Er befahl alsogleich die Stromkette anzuspannen. Das Fahrzeug wurdeim Laufe aufgehalten, und mußte am Ufer anlegen. Hadmar selbst be-trat mit seinen Reisigen den Bord, und wühlte in der kostbaren Ladungmit inniger Raublust herum. Die Diener waren beschäftigt, die Beutean's Land zu schaffen. Plötzlich stieß das Fahrzeug auf ein von demKaufmanne gegebenes Zeichen vom Lande ab. Die dreißig Kriegerstürzten aus dem Verschlage hervor, ergriffen den Raubritter, und schlu-gen ihn in Bande. Die Stromkette wurde gesprengt, alle Ruder rührten

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