sucht gepeitscht, seine Gattin in den Hungerthurm werfen. Andere wol-len hier, wie zu Neuhaus in Böhmen, eine weiße Frau gesehen haben.Die alten Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber erzählen, daß sie in dunklen Nächten eine lange Frauaus dem Geisterthurme treten sahen, die in der Hand eine Lampe trug,vermuthlich, um nicht zu stolpern.
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( Aus: Joseph Adalbert Krickel, Eisenbahn- Ausflüge auf der Kaiser- Ferdinands-Nordbahn. Wien 1844, S. 195)
Nr. 28
Der Spuk auf Rappottenstein
Im Jahre 1683 eilte der 11jährige Knabe, Graf Nikolaus Zrinyi, derspätere Held von Szigeth zur Verteidigung Wiens gegen die Türken.Auf dem Wege dahin übernachtete er bei der Familie des Grafen Traunauf Rappottenstein. Man saß bei der Abendtafel, fröhlich erklangen dieBecher, man sprach von den zu erwartenden Siegen über die Türkenund als endlich der Gast sein Schlafgemach aufsuchen wollte, kam nochdie Sprache auf einen nächtlichen Spuk, einen gespenstigen Zweikampfder längst verstorbenen, nicht einmal dem Namen nach mehr bekanntenBrüder von Kuenring, der früheren Besitzer des Schlosses. Im Stammeder Kuenringer soll der Sage nach die Liebe zwei Brüder zu unver-söhnlichen Feinden gemacht haben. Der eine wollte den anderen imSchlafe beschleichen und ermorden; durch eine zitternde Bewegung desMörders aufgeschreckt, griff aber der andere nach dem neben seinemBette lehnenden Schwerte und nun begann im dunklen ein furchtbarerKampf, der mit dem Tode beider endete. Seit jener Zeit sollte alleNacht in einem der oberen unbewohnten Gemächer diese Szene sichwiederholen. Polternde Tritte, Schwerthiebe und wüstes Geschrei, wiewährend eines erbitterten Kampfes, sollen sich hören lassen. Das Getösewährte eine Stunde und dann trat die ewige Totenstille ein. Der tapfereJunge belächelte die Spukgeschichte und erbat es sich als eine Gunst,statt in dem für ihn bestimmten Gemache, in der schauervollen Kam-mer zu schlafen. Man willfahrte ihm, wiewohl ungern. Als am folgen-den Tage alles erwachte und sich vor der Abreise nach Wien zum Früh-stücke versammelte, blieb der junge Zrinyi allein unsichtbar. Im Spuk-gemache herrschte tiefe Stille. Der Schloßherr ließ die Türe gewaltsamaufbrechen und fand den Jüngling kalt und unbeweglich wie eine Bild-säule, die Hand am Säbel, den Blick starr auf die Mitte des Zimmersgerichtet, auf dem Bette liegen. Mit Mühe brachte man ihn zu sich. Alser sich erholt hatte, schritt er stumm mit den Gebärden eines eiligen
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