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Die Kuenringer in Sage und Legende
Entstehung
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der hatte geschworen, nie mehr die Schwelle der Burg seines Oheimszu überschreiten. Als dieser nun gestorben war, ließ der Neffe die Burgseines Oheims zu Mörtersdorf niederreißen und gab die Steine allenfrei, die Lust hatten, sich in deren Umgebung ein Haus zu erbauen. Weilnun das entstehende Dorf aus der Burg eines Mörders hervorgegangenwar, so bekam das Dorf den Namen Mördersdorf". Der Neffe ver-kaufte sodann das Dorf und verwandte das Geld zu frommen Stiftun-gen, um die arme Seele seines Oheims zu erlösen.

( Aus: Franz Kießling, Frau Saga im niederösterreichischen Waldviertel. Wien1924, Band 4, Nr. 32)

Nr. 26

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An die, nun meistens in Trümmern liegenden Burgen der Kuen-ringer knüpft sich manche Sage und manche historische Denkwürdig-keit. Um die schauerliche Mitternachtstunde tobt zuweilen in einem un-bewohnten Gemache der siebenthorigen Felsenburg Rappottenstein einGespensterspuck. Die Thüren des alten Schlosses schlagen auf und zu.Schwere Tritte, wie die eines Geharnischten, erschallen von zwei Seiten.Nun fallen Schwertstreiche, Schilder und Harnische dröhnen. Ein grim-miger Zweikampf ein schwerer Fall eines Verwundeten, unddarauf ein schauervolles Achzen, das sich in das Wimmern des, durch dieMauerrisse streifenden Windes verliert. Die Liebe soll bei zwei Kuen-ringern, die Brüder waren, die Quelle des tödtlichsten Hasses gewordenseyn. Einer fiel im nächtlichen Zweikampfe durch des Andern Schwert.Er endete in Verzweiflung, denn er hatte den Bruder zur schrecklichenThat veranlaßt. Dem Überlebenden aber vergiftete Kain's Brandmalauf ewig den Frieden seiner Seele. Eine ähnliche Sage berührt denZweikampf des, auf ferner Heeresfahrt acht Jahre lang todt geglaubtenWülfing's von Stubenberg mit einem Rüdiger von Kuenring um denBesitz seiner verlobten Agnes.

( Aus: Christian Wilhelm Huber, Die Kuenringer. In: Vesta. Taschenbuch fürdas Jahr 1834, S. 76 f.)

Nr. 27

Rapottenstein

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Dieses Schloß gehört gegenwärtig dem Herrn Grafen Johann AdamAbensberg- Traun, und war einst der Aufenthalt gefürchteter Raubritter.Nach einer Volkssage ließ hier ein Raubgraf, von der Furie der Eifer-

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